Microsoft Surface Pro 6 im Test:
Mit Quad-Core zum besten Convertible

von Robert Kern
aktualisiert am 04. Januar 2019

Microsoft bietet mit dem neuen Surface Pro 6 das aktuell beste 2-in-1 Convertible-Notebook, jetzt auch in einem mattschwarzen Metall-Gehäuse. Verarbeitung, Display, Akku, Performance - alles klasse. Nur die Frage nach einem zeitgemäßen USB-C-Anschluss samt Thunderbolt 3 wird immer dringender.

Das beste 2-in-1 Notebook
Never change a running system

Wenn wir uns jetzt ein Notebook oder Tablet für einen Business-Trip aussuchen müssten, dann greifen wir zum Surface Pro 6. Verbringt man lange Arbeitstage mit einem mobilen PC, dann spürt man seine Stärken und Schwächen sehr schnell. Microsofts Surface-Reihe tut sich da als ganz besonders anstrengungslose Produktfamilie hervor. Das neue Surface Pro 6 schaut zurück auf eine lange Tradition im Convertible-Markt und tritt als stark optimiertes Produkt in die 12,3-Zoll-Fußstapfen.

  1. Das beste 2-in-1
  2. Leistung & Design
  3. Technische Daten
  4. Bedienkomfort & Display
  5. Ausstattung & Akku
  6. Unser Fazit
  7. Preisvergleich

Der Komfort beginnt schon bei der Anmeldung. Dank Windows Hello muss man nur einen Blick in die Kamera werfen, schon ist man eingeloggt. Der zweite Blick auf den Batteriestand ist ebenfalls ein sehr bequemer. Mit seiner hohen Akkulaufzeit hat das Surface Pro eine beruhigende Ausstrahlung. Man muss sich bei der Arbeit nicht verbiegen, denn das Surface ist selber total flexibel. Wir nutzen es im Flugzeug, in Warteräumen, auf der Couch oder auch nur im Büro. Das alles klappt so gut, dass wir Microsoft noch immer den Verzicht auf USB-C durchgehen lassen. Vor allem, weil mit Intels 8. Core-Generation nun ein Vierkernprozessor Einzug hält.

Youtube-Video: Microsoft Surface Pro 6 im Test:

Ein individuelles Surface-Puzzle

Im Grunde ist das Microsoft Surface Pro 6 ein ultraportabler Laptop, der sich auf eine ganze Produktfamilie erstreckt. Das bedeutet, du musst dir für eine funktionierende Basis ein Tablet und in unseren Augen auch ein Tastaturcover kaufen. Das Signature Type Cover kostet zusätzlich 130 Euro. Beim Tablet müsst ihr ein paar Jahre Nutzung einplanen, SSD und RAM also nicht zu klein wählen. Leider gibt es 16 GB Arbeitsspeicher nicht mehr für die lüfterlose Core-i5-Version.

Wir sind große Fans vom Surface Pen, der nochmal mit 73 Euro zu Buche schlägt. Für größere Installationen am Schreibtisch empfiehlt sich das Surface Dock für 190 Euro, für mehr Flexibilität auf langen Reisen ein Adapterkabel (USB-C-Surface-Connect) und die entsprechende Powerbank. Macht nochmal 80 Euro. Du kannst dir so dein eigenes Arbeitsgerät zusammenpuzzeln. Es ist vielleicht nicht gerade das günstigste, in unseren Augen aber das beste.

Microsoft Surface Pro 6 im Test: (Bild 2)© Mopolis

Leistung & Design
Intels Quad-Core-Performance

Microsoft packt einen passiv gekühlten Intel Core i5-8520U in das 770 Gramm leichte Surface Pro 6 aus unserem Test. Mit dem Schritt vom Zweikern-Prozessor zu vier Kernen ergibt sich die größte Geschwindigkeitssteigerung im Alltag, aber auch die Anmeldung per Windows Hello und die SSD sind flotter geworden im Vergleich zum Surface Pro (2017). Insgesamt kommt das Surface Pro 6 besser mit unseren vielfältigen Tasks zurecht.

Wir haben auch mobil meist 5-10 Tabs im Chrome- oder Edge-Browser geöffnet, dazu Photoshop, Outlook und manchmal sogar Premiere oder After Effects aus der Adobe Creative Suite. Mit 8 GB Arbeitsspeicher müssen wir dann schon haushalten. Wer sein Surface Pro 6 auch zuhause als Desktop-Ersatz mit dem Surface Dock nutzen will, sollte zur 16-GB-Version mit Core i7-8650U greifen.

Microsoft Surface Pro 6 im Test: (Bild 13)© Mopolis

Dank des aktiven Lüfters fährt der Core i7 auch auf Dauer höhere Taktraten und ist nicht ganz so stark von einer Drosselung betroffen. Rendern wir längere Videos auf unserem Core i5, sinkt der Takt nach ein paar Minuten auf 2 GHz. Die SSD liest mit 1600 MB/s jetzt ein wenig schneller, das merkt man im Alltag kaum, weil es eh schon sehr flott zugeht.

Für den Büroalltag bringt aber auch das lautlose Core-i5-Modell genug Power mit. Mit der integrierten Grafikeinheit Intel UHD 620 lassen sich nur Casual Games zocken, sie treibt aber problemlos die 5 Millionen Pixel des 12,3-PixelSense-Displays (2.736 x 1.834) und einen zusätzlichen 4K-Monitor mit 60 Hz am Mini-DisplayPort an.

Mattschwarz, warum kam da keiner vorher drauf?

Am Design des Magnesiumgehäuses für das Surface Pro hat Microsoft seit Generationen wenig verändert. Es gibt jetzt eine schwarze Farbvariante und die sieht tatsächlich umwerfend aus. Wir hätten uns sofort immer für diese Farboption entschieden, wenn es sie denn schon früher gegeben hätte. Die mattschwarze Oberfläche ist vergleichsweise unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken, bis zu einem gewissen Maße kratzfest und sie lässt das Surface Pro 6 simpler, sauberer und mehr aus einem Guss wirken.

Microsoft Surface Pro 6 im Test: (Bild 8)© Mopolis

Technische Daten

  1. Prozessor:Intel Core i5-8250U / 3,4 GHz, Quad-Core 15W
  2. Grafikkarte:Intel UHD Graphics 620
  3. RAM:8 GB DDR3L 1866 MHz
  4. Festplatte:256 GB NVMe SSD
  5. Display:12,3 Zoll (2736 x 1824 Pixel), Touch
  6. Wireless:WLAN 802.11ac, Bluetooth 4.1
  7. Schnittstellen:1x USB 3.0, Mini-DisplayPort, MicroSD, 2-in-1 Audio Jack, Surface Connect
  8. Eingabegeräte:Touchscreen, Type Cover (optional) mit Tastatur (beleuchtet) & Multi-Touch Touchpad
  1. Kameras:5.0 MP Front- & 8.0 MP Hauptkamera, Windows Hello
  2. Betriebssystem:Microsoft Windows 10 Home
  3. Größe (BxTxH in cm):29,2 x 20,1 x 0,85
  4. Gewicht:770 Gramm
  5. Akku, Netzteil:48 Wh, Netzteil mit 44 Watt
  6. Material, Farbe:Magnesium, Schwarz
  7. Service & Support:1 Jahr Garantie

Bedienkomfort & Display
Windows Hello begeistert

Im Surface Pro 4 hat Microsoft im Herbst 2015 zum ersten Mal die Infrarotkamera für die Anmeldung per Windows Hello verbaut. Für einige Nutzer ist diese Möglichkeit vielleicht trotzdem noch neu: Windows Hello beschreibt den Login per Biometrie, der Fingerabdruck oder eine 3D-Karte des Gesichts ersetzen das Passwort. Du klappst das Surface Pro 6 nur noch auf, eine rote LED flackert kurz auf und du bist eingeloggt.

Natürlich hat das einfache Entsperren eines Laptops oder 2-in-1 Convertibles nicht ganz so viel Impact wie beim Smartphone, das um den Faktor 100 öfter entsperrt wird. Nichtsdestotrotz ist das Surface Pro 6 ein Mobilgerät, das einen Passwortschutz braucht und diese Hürde damit besonders gut meistert.

Microsoft Surface Pro 6 im Test: (Bild 20)© Mopolis

Touch im 3:2-Format als perfekte Kombi

Im Microsoft Surface Pro 6 kommt ein gewohnt starkes Touchdisplay mit 2.736 x 1.834 Pixel auf 12,3 Zoll Diagonale unter. Neben der hohen Helligkeit gefällt uns vor allem das 3:2-Seitenverhältnis. Es entspricht etwa einer A4-Seite im Porträtformat und erlaubt im Querformat das effektive Arbeiten in zwei Fenstern nebeneinander.

Nicht selten nutzen wir das Surface Pro auf dem Schoß und wechseln fließend von Touch-Eingaben, zum Scrollen, dem Pen für Markierungen und dem Type Cover für Text. Eine große Hilfe ist der unkomplizierte Kickstand. Er lässt dir die Freiheit für den Aufstellwinkel und das stufenlose Verstellen mag sich nach einer Kleinigkeit anhören, entpuppt sich in der Bahn oder auf dem Sofa aber als Game-Changer. Apples neues iPad Pro wird gefeiert, weil der Pencil magnetisch andockt. Beim Surface hat das Tradition und ist ebenfalls eines der großen Ergonomie-Argumente.

Microsoft Surface Pro 6 im Test: (Bild 15)© Mopolis

Die Lautsprecher sind überraschend laut und erfüllen ihren Zweck. Für kurze Youtube-Videos bemühen wir keine separaten Kopfhörer, für Netflix schon. Microsoft hat dafür noch einen 3,5mm-Klinkenanschluss verbaut, den sehr viele Konkurrenten schon gestrichen haben. Wieder ein Pluspunkt in Sachen Verlässlichkeit. Dass Bluetooth 4.1 statt Bluetooth 5.0 in den technischen Daten steht, hat auf Audio wenig Auswirkungen. Das Surface Pro 6 hat eine 8-Megapixel-Rückkamera, die wir wirklich nur für Schnappschüsse nutzen würden (wann hat man sein Smartphone mal nicht dabei?) und eine 5-Megapixel-Frontkamera, die bei Skype-Sessions einen guten Job macht.

Surface Pen und Type-Cover

Die Eingabegeräte des Surface Pro 6 sind angenehm einfach in der Handhabung. Präzision und Komfort weiß man in der Regel mangels Vergleichsmöglichkeit für die Häufigkeit von Fehleingaben nicht so zu schätzen. Beim Type-Cover stimmen Feedback und Abstand der Tasten einfach, auch die Steifigkeit trägt zum Komfort bei. Microsoft hat hier die beste Anstecktastatur geschaffen, die sich durch den Stoffbezug auch noch sehr gut anfühlt.

Microsoft Surface Pro 6 im Test: (Bild 6)© Mopolis

Auch wenn der Surface Pen als optionales Zubehör extra kostet, wollen wir ihn dir wärmstens empfehlen. Das Touchpad im Type-Cover ist präzise und unterwegs haben wir zwar meist noch eine kleine mobile Maus dabei, die lassen wir dank des Bedienstiftes allerdings meist in der Tasche. Der N-Trig-Digitizer arbeitet schnell mit sehr geringer Latenz, Handballenerkennung und 4.096 Druckstufen sind state of the art.

In Photoshop müssen wir auf Pen-Tilt verzichten, benötigen das Feature aber auch nicht unbedingt, weil der Pen bei uns die meiste Zeit als Mausersatz dient. Den Surface Dial sehen wir auch noch nicht so wirklich im praktischen Einsatz. Gerade für Photoshop gibt es bessere Hardware-Tools. Da wissen aber sicher viele Anwender für ihre speziellen Fälle besser mit dem Dial umzugehen als wir.

Ausstattung & Ausdauer
Noch immer kein USB-C, dafür alles Wichtige

Schon beim letztjährigen Surface Pro monierten wir die Abwesenheit von USB-C. Das hat vermutlich auch einfach technische Ursachen, die Datenbahnen werden wohl vom Surface-Connector beansprucht. Für diesen muss Microsoft seinen Kunden im Unternehmensumfeld zudem Kontinuität bieten.

Klar kann man sich jetzt aus Prinzip über diese klaffende Lücke im Spec-Sheet aufregen. Machen wir auch gelegentlich, andererseits bringt das Surface Pro 6 ja die wichtigsten Möglichkeiten für Peripherie mit: Externe Displays landen am Mini-DisplayPort. Es gibt einen vollwertigen USB-A, der sich in so vielen Situationen als enorm wichtig erweist, und Microsoft hält auch noch einen MicroSD-Adapter bereit. Diese Kombination eignet sich perspektivisch noch eine ganze Weile als alternativer Entwurf zum Adapter-Life. Mit einem entsprechenden Kabel könnt ihr natürlich trotzdem USB-C-Powerbanks zum Laden nutzen.

Microsoft Surface Pro 6 im Test: (Bild 10)© Mopolis

Sehr clever finden wir auch, dass Microsoft am 44-Watt-Ladegerät für das Surface Pro 6 nach wie vor noch einen USB-A-Port für Smartphones oder Powerbanks unterbringt.Obwohl der Akku des Surface Pro 6 im Vergleich zum Vorgänger von 45 auf 48 Wattstunden angewachsen ist, lädt sich die Batterie mit etwa 2 Stunden und 40 Minuten gegenüber 3 Stunden beim Surface Pro 2017 schneller auf.

Ausdauernde Akkuleistung

Im Test hinterlässt das Surface Pro 6 einen äußerst verlässlichen Eindruck hinsichtlich der Akkulaufzeit. Mit 8 bis 9 Stunden gemischter Nutzung kannst du rechnen. Bei 50 Prozent Display-Helligkeit kommen wir auf 10 Stunden mit Office-Anwendungen und mehr als 13 Stunden Videoplayback. An dieser Stelle wird der Tablet-Charakter des Surface Pro deutlich. Egal wie oft man es auf- und zuklappt, der Blick auf den Akkustand ist meist sehr beruhigend.

Microsoft Surface Pro 6 im Test: (Bild 21)© Mopolis

Windows 10 Home statt Pro

Manchmal muss man es noch erwähnen: Das Surface Pro 6 trägt Windows 10 als Betriebssystem, wodurch sich alle Programme wie auf einem normalen PC installieren lassen. Im Gegensatz zum iPad Pro laufen nicht nur Apps. Die gibt es zwar auch im Windows Store, es ist aber die PC-Kompatibilität, auf die es ankommt.

Mit dem Surface Pro 6 führt Microsoft spezielle Business-Varianten ein, die Windows 10 Professional erhalten. Auf unserem Testgerät läuft Windows 10 Home. Was sind die Unterschiede? Es gibt nicht so viele, den meisten Kunden fällt das wohl nicht auf. Windows 10 Pro ist teurer, beherrscht Hyper-V-Virtualisierung, Remote-Desktop, verzögerte Updates und viele zusätzliche Verwaltungsoptionen. Die Möglichkeit, Updates zurückzustellen, weil sie wichtige Arbeit oder Daten gefährden könnten, vermissen wir am meisten.

Youtube-Video: Microsoft Surface Pro 6 im Test:

Gibt es ein Surface Pro 6 mit 4G LTE?

Beim Surface Pro 2017 hat uns die Mobilfunkoption ganz besonders gefallen. Dadurch und auch dank der Flexibilität bereitete das Convertible Notebook ein umfassendes Freiheitsgefühl bei der Arbeit unterwegs. Microsoft hat das 4G LTE-Advanced-Modul (Qualcomm X16) selbst ausgiebig beworben und aufgrund des integrierten Moduls und versteckter Antennen mit dieser Variante gefühlt fast schon ein neues Surface-Modell ausgerufen.

Wir hoffen natürlich auch auf eine LTE-Option für das Surface Pro 6. Dort wo das Modul sitzen sollte, klafft intern eine riesige Lücke.Warum Microsoft das LTE-Modell nicht schon zum Launch anbietet, erschließt sich uns nicht.

Unser Fazit zum Microsoft Surface Pro 6
Im Alltag bewährt sich Microsofts Ansatz

Das Microsoft Surface Pro 6 entfernt sich etwas von unserer absoluten Traumvorstellung eines Convertibles, ist aber immer noch am nächsten dran. Den Verzicht auf USB-C, das LTE-Modul und Windows 10 Pro macht das Surface Pro 6 wett mit seinem Quadcore-Prozessor, längerer Akkulaufzeit und den traditionellen Stärken beim Display und den Eingabegeräten.

Microsoft Surface Pro 6 im Test: (Bild 9)© Mopolis

Uns gefällt die schwarze Farbvariante und die tadellose Verarbeitung des Magnesiumgehäuses. Auch Intels Vierkern-CPUs bekommt Microsoft mühelos gekühlt, den Core i5-8250U sogar passiv. Hier wünschen wir uns auch Optionen für 16 GB RAM und mehr SSD-Speicher. Das Mehr an Laufzeit begrüßen wir, mit dem ausdauernden Akku beweist das Surface Pro 6 einmal mehr seine großartige Mobilität.

Mit dem 3:2-Format für das 12,3-Zoll-Display, hohem Bedienkomfort und starker nativer Konnektivität gilt auch für das Surface Pro 6: Mobiler geht es nicht. Unterstrichen wird das durch die gesteigerte Performance und satte 10 Stunden Akkulaufzeit.

Die Angebote
zum Microsoft Surface Pro 6, Intel Core i5-8250U, 8GB RAM, 256GB SSD, Schwarz

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