Tigerbox im Test
Erster eigener Bluetooth-Speaker für Kinder

von Robert Kern
aktualisiert am 26. Februar 2019

Die Tigerbox schafft es mit ihrer kindgerechten Steuerung, vielfältigen Ausstattung und ordentlichem Sound in unsere Favoritenliste der besten Bluetooth-Lautsprecher. Die erste eigene Box für Hörspiele oder Einschlaflieder für Zuhause und Autofahrten macht einfach irre viel Spaß.

Selber bestimmen
Hörspiele und Einschlaflieder

Kinder lieben Geschichten. Erst sind es Bücher und das Vorlesen der Eltern, durch die Kinderherzen mit der Magie der Welt gefüllt werden und später Hörspiele und Hörbücher, deren Lerneffekt man nicht unterschätzen sollte. Es gibt viele Möglichkeiten, spannende oder beruhigende Erzählungen zu hören. Mit der Tigerbox möchten wir Eltern einen charmanten kleinen Bluetooth-Lautsprecher ans Herz legen, mit dem schon Dreijährige umgehen können und der Freiheit für Eltern und Kind bedeutet.

  1. Selber bestimmen
  2. Design und Verarbeitung
  3. Kleine Box, ordentlicher Sound
  4. Technische Daten
  5. Handling & Inhalte
  6. tigerbox vs. toniebox
  7. Akku & Laden
  8. Fazit
  9. Preisvergleich

Die Tigerbox hat sich bei uns im Kinderzimmer und außerhalb bewährt. Das will was heißen, in einer Umgebung, in der Spielzeuge schon nach ein paar Wochen out sein können und die Konkurrenz enorm ist. Nicht selten kann ein Amazon Echo für Unterhaltung sorgen. Alexa macht Naturgeräusche zum Einschlafen, stellt morgens Quizfragen zu Bibi Blocksberg oder erzählt eine kurze Geschichte zum kleinen Drachen Kokosnuss.

Im hinterlegten Audible-Account warten 20 ausführliche Abenteuer des Drachen, deren Titel sich Kleinkinder überraschend gut einprägen und trotzdem sollten die Geschichten zusätzlich auch auf die Tigerbox.

Tigerbox im Test (Bild 2)© Mopolis

Es sind vermutlich zudem die Souveränität und die Haptik, welche die Tigerbox mitbringt, und die Nähe, die sie für Kids so attraktiv machen. Die Box kann man mitnehmen und anfassen, man kann selber drücken und einstellen. Sie ist was ganz Eigenes und liefert immer neue spannende Stories.

Mehr als ein Bluetooth-Lautsprecher

Eltern können Inhalte natürlich mit dem Smartphone oder Tablet per Bluetooth auf die Tigerbox streamen, aber das ist mitunter nicht die häufigste Anwendung. Mit einer Taste kann man den Abspielmodus von Bluetooth auf die microSD-Karte (bis 64GB) ändern, die vorher mit Hörspielen oder Musik bestückt wurde. Damit funktioniert die Box auch autark von den Erwachsenen, was den Reiz ausmacht.

Tigerbox im Test (Bild 6)© Mopolis

Als MP3-Player kann die Tigerbox dank 3,5-mm-Audioausgang mit Kopfhörern genutzt werden. Ein weiterer Tastendruck ändert den Modus auf Aux-In, das ergänzt die Nutzung mit einer kabelgebundenen Quelle wie einem iPod oder einem Gameboy. Die Vielfalt der Abspielmöglichkeiten sorgt für eine große Auswahl an Inhalten. Mit den tigertones und tigerbooks bringt die Box eine eigene, kostenpflichtige Mediathek mit, die mit dem Kauf der Box vier Wochen lang ausprobiert werden kann. Über Bluetooth oder MP3 steht aber auch anderen Services und Dateien nichts im Weg. Zum Inhalte-Mix kommen wir später unter dem Punkt Content-Management.

Tigerbox im Test (Bild 9)© Mopolis

Design und Verarbeitung
Sieht schick aus und verträgt Purzelbäume

Vergleichen wir die Tigerbox mit dem Anker Soundcore 2 in einer ähnlichen Preis- und Gewichtsklasse, geht der Soundcore als klarer Klangsieger hervor. Er bietet mit 70 Hz gegenüber 80 Hz bei der Tigerbox mehr Tiefgang, wird lauter mit mehr Volumen und Dynamik. Der Akku hält auch länger und er ist wasserdicht, aber das sind alles Kriterien für Erwachsene.

Für Kids zählt das Handling und der Klang der Tigerbox ist tatsächlich ok. Die Mitten wirken durch den fehlenden Bass besonders hervorgehoben, bei den meisten Hörspielen mindert der Mangel an Dynamik das Klangerlebnis nicht. Beim Einschlafen ist es sogar angenehmer. Die Tigerbox kann aufdringlich laut werden, beschallt also auch das komplette Kinderzimmer und größere Kids. Ab 3 Jahren würden wir die Tigerbox empfehlen, bis 9 oder 10 genügt sie sicherlich den Ansprüchen, sofern für gelegentliches Aufdrehen noch andere Lautsprecher da sind. Unser Junge hört “Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren” von Santiano oder “Feuergeist” von Versengold ganz gerne so laut zum Toben, dass die Wände wackeln - Da braucht es dann einfach mehr als den 3-Watt-Treiber in der Tigerbox.

Tigerbox im Test (Bild 13)© Mopolis

Technische Daten

  1. Abmessungen:85 x 91 x 86 mm
  2. Gewicht:298 Gramm
  3. Farbe:Schwarz
  4. Anschlüsse:Bluetooth 4.1, Micro-USB, 3,5mm Aux-In, 3,5mm Audio-Out, microSD (64 GB)
  5. Akkulaufzeit:8 Stunden, 750mAh
  1. Schutzklasse:-
  2. Bluetooth-Reichweite:10 Meter
  3. Frequenzbereich:80 Hz- 20 kHz
  4. Max. Schalldruckpegel:- (3W Leistung)
  5. Service:2 Jahre

Handling und Inhalte
Kinderleicht, vielseitig, kompakt

Tigerbox im Test (Bild 17)© Mopolis

Wir streamen eher selten auf die Tigerbox, auf langen Autofahrten gelegentlich die Hörspiele, die wir vorab herunterladen. Meistens wird gehört, was auf der microSD-Karte ist. Das schaffen die Kinder ganz allein. Sie müssen die Box nur anschalten, die Singstimme “Nananana” ertönt und dann auch schon das Hörspiel. Dank Resume-Modus steigt die Tigerbox dort wieder ein, wo aufgehört wurde. Lauter, Leiser, Pause oder nächstes Hörspiel - dafür braucht es keinen Erwachsenen.

Fürs Bestücken schon. Einer der großen Vorteile der Tigerbox, die autarke Wiedergabe, fordert mehr oder weniger Vorbereitung am PC oder Laptop. Die Eltern müssen die MP3s ja irgendwie auf die Tigerbox bekommen. Komplette Hörspiele, also alle Kapitel in einer Datei, lassen sich für die Kinder leichter nutzen, weil sie so nicht 10 Titel weiterspringen müssen für die nächste Geschichte. In der Regel werden Hörspiele von Kleinkindern eher in Endlosschleife gehört, ab 6 oder 7 müssen sich Eltern dann um konstanten Nachschub neuer Geschichten kümmern. Dafür gibt es vielfältige Quellen.

Tigerbox im Test (Bild 7)© Mopolis
Tigerbox im Test (Bild 7) (Bild 12)© Mopolis

Die Festplatte, das Internet und die Tigertones-App

Aus dem Internet lassen sich sicher die meisten Inhalte organisieren.Die Kindersektion bei gratis-hoerspiele.de ist sehr ergiebig, www.kakadu.de vom Deutschlandradio Kultur bietet viele Hörspiele und Sendungen zum Download, und auf Freiszene.de gibt es auch eine Kinderabteilung. Auch bei Vorleser.net werdet ihr fündig, mit ein bisschen Googlen finden sich noch weitere zahlreiche Quellen.

Der simple Download auf die SD-Karte ist am einfachsten. Da die meisten CDs das Kinderzimmer nicht sehr lange überleben, speichern wir alle gekauften Scheiben vor der Tortur der Kinderhände auf dem PC. Technisch etwas versiertere Eltern ohne Scheu vor rechtlichen Grauzonen oder Verstößen gegen AGB von Inhalte-Anbietern bekommen auch die DRM-Dateien von Spotify, Audible oder Youtube als MP3 auf die microSD. Als MP3-Player wird die Tigerbox, wenn man sie über USB anschließt, leider nicht erkannt. Bei Youtube gibt es einen Nutzer, dessen Tigerbox unerwartet von der SD-Karte in den Bluetooth-Modus springt. Das kam bei uns im Test nicht vor, die Tigerbox spielte stets verlässlich.

Es bleibt das Streaming, was durch die Tigertones in der gleichnamigen App auch mit über 1.000 Hörspielen und Hörbüchern gefüttert werden kann. Yakari, Die Olchis, Pettersson und Findus, Feuerwehrmann Sam, Bibi Blocksberg, Benjamin Blümchen, Einschlaf-Alben… Die Auswahl ist riesig und mit 3 Euro pro Monat für ein Jahr (4 Euro pro Monat bei 6 Monaten, 5 Euro für einen Monat) ist das Abo nicht zu teuer. Die App ist kindersicher, heißt die Einstellungen sind geschützt und die Inhalte geprüft. Es gibt auch eine Download-Funktion, bei der Titel vor dem Urlaub zum Beispiel für die spätere Wiedergabe heruntergeladen werden können.

Wir wünschen uns allerdings etwas mehr Unterstützung für den von uns bevorzugten Nutzungsmodus mit der SD-Karte. Das kollidiert leider mit dem digitalen Rechtemanagement vieler Abo-Dienste. Klasse wäre zum Beispiel ein In-App-Kauf von MP3s in der Tigertones-App wie bei Kiddinx-shop.de. Kinder im Alter von 3-7 Jahren profitieren vom sparsameren Kontakt mit dem Smartphone und der Selbstbestimmung im Umgang mit der Tigerbox, ohne dass Erwachsene das Streaming anwerfen müssen. Und der Akku hält auch deutlich länger.

Tigerbox im Test (Bild 18)© Mopolis

Tigerbox vs. Toniebox
Bluetooth und SD-Karte gegen Figuren mit WLAN

Weit bekannter als die Tigerbox ist die Toniebox, ebenso ein Kinder-Lautsprecher für Hörspiele. Die Toniebox ist allerdings kein Bluetooth-Speaker, sondern ein WLAN-Lautsprecher. Stellen die Kinder die “Tonie” genannten Figuren auf die Box, lädt diese den entsprechenden Inhalt per WLAN auf den Lautsprecher.

Mit einem kleinen Benjamin Blümchen ist das Ganze noch haptischer für die Kinder, kostet die Eltern aber auch 15 Euro pro Geschichte. Dafür bekommt man schon drei Einzelfolgen Benjamin Blümchen bei Kiddinx. Für den Preis von zwei Tonies gibt es die Abenteuer des Elefanten im 10er Pack zum Download. Und die kostenlosen Inhalte über die genannten Portale können auch nicht abgespielt werden.

Tigerbox im Test (Bild 14)© Mopolis

Die Toniebox kostet mit 80 Euro doppelt so viel und klingt besser als die Tigerbox, sie hat auch eine Ladestation. Sie hat ebenfalls einen Kopfhörerausgang und kann nach dem Download eines Tonies auch unterwegs ohne WLAN genutzt werden. Sie ist in Bezug auf die Inhalte aber nicht ganz so flexibel wie die tigerbox, weil die über Bluetooth die Abos von Spotify, Apple Music, Audible und Co. nutzbar macht. Bei Spotify gibt es unzählige Alben von Bibi, Benjamin oder Janosch für die man mit Tonies ein Vermögen zahlen müsste.

Beide haben ihre Berechtigung, Vor- und Nachteile.

Tigerbox im Test (Bild 3)© Mopolis

Akku und Laden
8 Stunden Bluetooth, deutlich länger von SD-Karte

Mit einem halben Photoshop-Kurs bei Udemy und zwei Folgen Schluri Schlampowski haben wir die Tigerbox per Bluetooth rund 4 Stunden auf voller Lautstärke nutzen können. Bei 50 bis 60 Prozent Lautstärke kommt man auch auf bis zu 8 Stunden Streaming und die Laufzeit über die SD-Karte ist so lang, dass wir sie nicht ermitteln konnten. Auch bei täglicher Nutzung, die bei einem Kita-Kind gerne ein bis zwei Stunden sein kann, kam die Ansage “Dein Akku ist bald leer, bitte aufladen” erst nach 10 Tagen. Ein kompletter Ladevorgang dauert etwa 3 Stunden, mit einem eigenen alten Handy-Ladegerät lässt sich die Aufgabe auch gern auf Kinder “abwälzen”. Damit hat der microUSB-Anschluss doch etwas Gutes.

Tigerbox im Test (Bild 16)© Mopolis

Fazit

Die Tigerbox ist für Kinder eine kleine mobile Hörwelt, ein tragbares Abenteuer. Für Erwachsene ist sie ein vielseitiger und günstiger Bluetooth-Lautsprecher. Der Umgang mit ihr ist kinderleicht, sie ist robust und bedeutet Freiheit. Sie bietet guten Klang, lange Akkulaufzeit und besticht durch die Vielfalt der möglichen Quellen.

Über Bluetooth-Streaming können die kindgerechten Inhalte bestehender Abos bei Spotify oder Audible genutzt werden, dank der bespielbaren SD-Karte kommen Kind und Box aber auch alleine zum Hörspielspaß. Den souveränen Umgang mit dem eigenen Lautsprecher, die Abenteuer, wann immer man sich danach fühlt, finden Kinder ganz besonders toll.

Eltern können auf kostenfreie MP3-Downloads zurückgreifen oder aber ihre eigenen Lieblings-CDs oder Kassetten mit Umweg über den PC überspielen. In der Tigertones-App warten zudem über 1000 Hörspiele und Hörbücher für Kinder.

Verarbeitung und Design der Tigerbox gefallen uns, sie ist robust und schick - nur leider nicht wasserdicht. Dank Kopfhörerausgang dient sie auch als persönliches Abspielgerät wie früher ein Walkman oder MP3-Player, unterwegs auf Autofahrten beispielsweise. Mit ihrem Funktionsumfang ist die Tigerbox ein starkes Paket für Klein und Groß und sorgt für viel Spaß.

Das Mopolis-Prinzip

  1. Produkte die wir lieben
    Nicht allein der Preis ist entscheidend. Ebenso Nutzen, Qualität, Zuverlässigkeit und einiges mehr, können für Dich wichtig sein.
  2. Transparente Empfehlungen
    Wir legen alle Quellen offen. So kannst Du den Spuren unserer Erkenntnisse bis hin zur Empfehlung klar folgen.
  3. Preise vergleichen und sparen
    Wir vergleichen für Dich die Preise aus 43 Onlineshops. Für getätigte Käufe oder Klicks erhalten wir eine Provision.
  4. Über 16 Jahre Erfahrung
    Das gründliche und ausführliche Beraten konnten wir schon seit 2003 mit Notebookinfo.de und unseren erfahrenen Redakteuren üben.