Elgato Thunderbolt 3 Dock im Test: Ein Kabel, alles dran© Elgato

Elgato Thunderbolt 3 Dock im Test: Ein Kabel, alles dran

von Stefan Trunzik
aktualisiert am 13. August 2018

Das Elgato Thunderbolt 3 Dock sagt dem Kabelsalat auf deinem Schreibtisch den Kampf an. Wir haben den USB-C-Hub über mehrere Monate ausprobiert. Mit nur einem Kabel am Notebook erhalten wir Strom, Internet, Sound, zusätzliche Bildschirme und sämtliches USB-Zubehör. Doch lohnt sich die hohe Investition von fast 300 Euro?

Der Kampf gegen die Adapter

Wer ein aktuelles Apple MacBook Pro besitzt kennt es, das “Dongle-Life”. Adapter für normalgroße USB-Anschlüsse, LAN, HDMI und DisplayPort gehören zum Alltag. Ein Grund warum bereits seit über zwei Jahren USB-C-Docks wie Pilze aus dem Boden sprießen. Die meisten sind jedoch für den mobilen Alltag konzipiert und besitzen nicht alle notwendigen Schnittstellen.

Wir waren auf der Suche nach einem All-in-One Dock für den Schreibtisch, da wir gerade hier mehr benötigen als nur einen USB-Adapter. Die Auswahl an solchen stationären Hubs ist im Vergleich zu den mobilen Varianten klein und der Preis hoch. Für ein anständiges Thunderbolt-3-Dock müssen auch heute noch 200 bis 300 Euro einkalkuliert werden.

Youtube-Video: Elgato Thunderbolt 3 Dock im Test: Ein Kabel, alles dran

Am Ende haben wir uns für das Elgato Thunderbolt 3 Dock entschieden. Warum? Die Marke kennen wir bereits von früheren Docks und die Amazon-Bewertungen waren weniger vernichtend als bei den möglichen Alternativen.

Passt gut auf jeden Schreibtisch

Das Design des Elgato-Docks ist schlicht. Es orientiert sich an der Optik aktueller MacBooks. Die Verarbeitung ist gut und auf dem Schreibtisch macht es in Sachen Wertigkeit etwas her. Viel wichtiger sind jedoch die verfügbaren Anschlüsse des Thunderbolt-3-Docks, die wie folgt aussehen.

  • 2x Thunderbolt 3 (USB-C, 40 Gb/s)
  • 3x USB 3.0 (Typ-A, 5 Gb/s, 1,5 A)
  • 2x 3,5mm Klinke für Kopfhörer & Mikrofon
  • 1x DisplayPort (DP 1.2, HDMI 1.4b)
  • 1x RJ45 Gigabit-LAN
Elgato Thunderbolt 3 Dock im Test: Ein Kabel, alles dran (Bild 6)© Elgato

Einer der beiden Thunderbolt-3-Ports wird für die Verbindung zum Notebook verwendet. Über ihn laufen sämtliche Audio-, Video- und Datensignale. Außerdem schleust er den Strom des Dock-Netzteils mit bis zu 85 Watt durch. Das reicht für unser MacBook Pro 13 (Testbericht) vollkommen aus und erfüllt knapp auch die Norm der stärkeren 15-Zoll-Laptops von Apple.

Großes Netzteil, kurzes Thunderbolt-Kabel

Im Vergleich zu einem originalen MacBook-Netzteil ist das des Elgato Thunderbolt 3 Dock recht groß. Doch das verschwindet sowieso unter dem Schreibtisch. Ärgerlich ist hingegen das kurze Thunderbolt-3-Kabel, das nur 50 cm lang ist. Bei der Positionierung das MacBooks auf dem Schreibtisch bist du also weniger flexibel.

Elgato Thunderbolt 3 Dock im Test: Ein Kabel, alles dran (Bild 2)© Elgato

Grund dafür sind die technischen Gegebenheiten aktueller TB3-Kabel. Sollen die maximale Übertragungsrate von 40 Gb/s erreicht, Geräte mit mehr als 60 Watt Strom versorgt und die Abwärtskompatibilität zu USB 3.1 und USB 3.0 erhalten werden, muss ein solch kurzes Kabel zum Einsatz kommen. Längere Kabel sind zwar erhältlich, besitzen aber nicht den vollen Funktionsumfang.

Unser Setup und Einsatzgebiet

Nach der Installation der Elgato-Dock-Software auf unserem MacBook Pro funktioniert das Thunderbolt 3 Dock genau so, wie es soll. Ein Kabel am Notebook und alle am Hub angeschlossenen Geräte werden sofort und ohne lange Wartezeit erkannt. Und so sieht unser aktuelles Setup aus.

  • 27 Zoll ASUS Monitor (144 Hz, 2560 x 1440 Pixel)
  • 27 Zoll LG 4K UHD Monitor (60 Hz, 3840 x 2160 Pixel)
  • Gigabit-LAN an FritzBox (Kabel-Internet 500/50 Mbit/s)
  • Rode USB-Mikrofon & Beyerdynamics Kopfhörer (3,5mm)
  • Ladekabel für Smartphones & Tablets

Damit wäre die komplette Rückseite des Docks belegt. Den zusätzlichen USB-Anschluss an der Front nutzen wir für USB-Sticks und externe Festplatten. In unser Setup passt das Elgato Thunderbolt 3 Dock allerdings nur, da unsere Maus und die Tastatur kabellos via Bluetooth mit dem MacBook Pro verbunden sind. Wären auch unsere Eingabegeräte kabelgebunden, würde die Anzahl der Schnittstellen nicht ausreichen.

Elgato Thunderbolt 3 Dock im Test: Ein Kabel, alles dran (Bild 3)© Elgato

Bevor du also zu einem USB-C-Dock greifst, solltest du dein Setup vorher genau kennen. Einige Alternativ-Produkte (Amazon Werbelink) bieten mehr Anschlüsse, vielleicht auch einen SD-Kartenleser oder Exoten wie eSATA. Achte aber dabei unbedingt auf die Format-Standards und die Übertragungsgeschwindigkeiten der Schnittstellen. Vor allem der USB-C-Port mit seinen vielen Varianten sorgt oft für Verwirrung.

Das sagen die Amazon-Rezensionen

Bei unserer Recherche durchforsten wir natürlich auch Rezensionen und Fragen, die in Online-Shops zu den Produkten zu finden sind. Vor allem bei Amazon gibt es viel Input zum Elgato Thunderbolt 3 Dock. Auf ein paar der dort angesprochenen Probleme möchten wir hier eingehen. Schließlich hätten sie uns eigentlich vom Kauf abhalten sollen.

Info: Zur Überprüfung und zum Ausschließen angeblicher Fehler und Probleme haben wir zwei Docks überprüft. Ein Sample das uns von Elgato zur Verfügung gestellt wurde und ein weiteres Dock, das wir uns selbst zugelegt haben.

Elgato Thunderbolt 3 Dock im Test: Ein Kabel, alles dran (Bild 4)© Elgato

Die meisten Probleme, die bei Amazon-Käufern auftreten, sind Erkennungs- oder Verbindungsfehler. Einige Rezensenten berichten davon, dass ihre Bildschirme, die Netzwerkverbindung oder USB-Zubehör nicht erkannt werden. Dieses Problem konnten wir bei unseren beiden Docks nicht feststellen.

Eine Hand voll Nutzer beklagt sich über Schwierigkeiten unter macOS. Bei einigen hängt sich das Betriebssystem auf, bei anderen haben die angeschlossenen Notebooks Probleme beim Aufwachen aus den Ruhezustand. Letzteres konnten auch wir reproduzieren, allerdings in einem extrem geringen Ausmaß. Bei täglicher Nutzung haben wir maximal 1-2 Mal im Monat das Problem, dass unser MacBook Pro 13 etwas länger braucht um aufzuwachen oder neu gestartet werden muss.

Elgato Thunderbolt 3 Dock im Test: Ein Kabel, alles dran (Bild 5)© Elgato

Das ebenso oft erwähnte Spulenfiepen des Docks oder des Netzteils konnten wir nicht feststellen, dafür aber das leichte “knacken” beim Sound. Ist ein Kopfhörer per 3,5mm-Klinke angeschlossen, wird dieser erst aktiviert und wieder deaktiviert, wenn die Audioausgabe startet und endet. Verbunden ist dieser Prozess mit einem leichten knacken auf den Kopfhörern. Sind Kopfhörer allerdings per USB mit dem Dock verbunden, existiert dieses Problem nicht.

Zu guter Letzt beschweren sich Nutzer von Windows-10-Laptops über Ladeschwierigkeiten. Das verbundene Thunderbolt-3-Kabel liefert zum Beispiel beim Dell XPS 13 (Testbericht) oftmals keinen Strom. Elgato kommentiert diesen Fehler damit, dass die Ladetechnik für Apple-Notebooks optimiert ist und beschreibt diesen auch in den FAQs auf der Support-Webseite des Thunderbolt 3 Docks.

Unser Fazit

Das Elgato Thunderbolt 3 Dock ist für uns ein Segen, um den Kabelsalat auf dem Schreibtisch klein zu halten. Die gute, wenn auch teure Alternative zu den mobilen USB-C-Adaptern konnte sich in unserem Langzeittest über Monate bewähren. Allerdings ist die Nische des Hubs vergleichsweise klein. Angesprochen werden vor allem MacBook-Pro-Nutzer, die ihr Notebook auch als Desktop-Replacement verwenden. Gehörst du zu dieser Zielgruppe, profitierst du enorm vom Elgato-Dock.

Elgato Thunderbolt 3 Dock im Test: Ein Kabel, alles dran (Bild 7)© Elgato

Mankos und Probleme halten sich in Grenzen, auch wenn Amazon-Rezensenten bei ihren Docks einige Fehler festgestellt haben. Wirklich genervt waren wir nur vom kurzen Thunderbolt-3-Kabel, das allerdings aufgrund der technischen Gegebenheiten nicht länger als 50 cm sein sollte. Wenn doch, müssten wir Abstriche in Sachen Übertragungsraten und der Stromversorgung in Kauf nehmen.

Am Ende unseres Tests können wir das Elgato Thunderbolt 3 Dock in jedem Fall bedenkenlos weiterempfehlen.