Nvidia präsentiert GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 und RTX 2070© Nvidia

Nvidia präsentiert GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 und RTX 2070

von Robert Kern
aktualisiert am 21. August 2018

Nach 10 Jahren Entwicklung stellt Nvidia die RTX 2070, RTX 2080 und RTX 2080 Ti als Gaming-Grafikkarten der Turing-Architektur vor. Lichtberechnung mittels Raytracing steht im Mittelpunkt. Mit 650, 850 und 1.260 Euro sind die neuen GPUs nicht gerade günstig,

"Willkommen zum Launch der GeForce GTX 1180", veräppelte Nvidia CEO Jen-Hsun Huang das Publikum der Keynote für Nvidias neue GeForce-Grafikkarten. "Ich habe noch nie so viele Leaks gesehen, aber die gute Nachricht ist, ihr werdet trotzdem überrascht sein". Sämtliche Vorabinformationen seien falsch. Wir haben im Vorfeld die Spekulationen zusammengetragen - und lagen im Grunde überall richtig. Nvidia hat hat die GeForce RTX 2070, RTX 2080 und RTX 2080 Ti vorgestellt, für 640, 850 und 1.260 Euro.

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Nvidias neue Gaming-Grafikkarten der Turing-Architektur widmen sich voll und ganz der Komplexität des Lichts. Für den "heiligen Gral der Computergrafik", den Fotorealismus, ist die wirklichkeitsgetreue Berechnung von Licht die wichtigste Voraussetzung. Matte, glänzende, gebogene, raue oder transparente Objekte, Oberflächen und vielfältige Lichtquellen stellen Grafikkarten vor enorme Herausforderungen.

Nvidia präsentiert GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 und RTX 2070 (Bild 1)© Nvidia
Nvidia präsentiert GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 und RTX 2070 (Bild 1) (Bild 2)© Nvidia

Nvidias RTX 2080 arbeitet mit einer Technologie namens Raytracing, bei der Lichtstrahlen, die auf das Auge treffen, rekonstruiert und bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden. Trifft ein Lichtstrahl auf eine Oberfläche, reflektierend, diffundierend oder transparent - generiert er weitere Licht- und Schattenstrahlen entsprechend der Beschaffenheit der Oberfläche. "Für diese Berechnungen im Petaflop-Bereich bräuchten wir eigentlich noch 10 Jahre. Aber so lange wollen wir nicht warten", begründet der Nvidia-Chef die Nvidia-RTX-Plattform. "Wir können nicht die enorme, unendliche Menge an Lichtstrahlen berechnen, deswegen verwerfen wir alle, die sowieso nie auf das Auge des Betrachters treffen".

TU102 ist der zweitgrößte Chip der Welt

Eine in Echtzeit mit der Unreal Engine 4 berechnete Star-Wars-Szene unterbricht Jen-Hsuns Ausführungen und zeigt die Stärke des Raytracings. Licht von oben, Reflektionen auf den Rüstungen, weiche Schatten - auf den ersten Blick erscheint die Szene wie mit echten Schauspielern gedreht und nicht wie CGI. Ein 68.000-Dollar-Supercomputer war notwendig für eine flüssige Bildrate. "Ihr könnt diesen Rechner vorbestellen mit 3.000 Raten zu je 20 USD", scherzt der Nvidia-Chef.

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Eigentlich lief die Szene auf einem Nvidia-Turing-Chip TU102. "Computergrafik wird nie wieder so sein wie früher, wir haben 10 Jahre auf diesen großen Schritt hin entwickelt", erklärt Huang. In diesem Chip steckten 18,9 Milliarden Transistoren, das macht ihn nach dem Nvidia V100 zum zweitgrößten Mikrochip im Sinne der Komplexität. Die GTX 1080 hat 7,2 Mrd. Transistoren, die GTX 980 Ti liegt bei 8 Mrd. - weniger als die Hälfte im Vergleich zum großen Chip der Turing-Architektur.

Bei der Berechnung von Licht ist die RTX 2080 Ti zwischen 8-10 Mal schneller als die derzeit schnellste Karte für Spieler, die GTX 1080 Ti und schlägt vier V100-Karten beim Rendering der besagten Star-Wars-Szene. In einer Generation habe eine GPU einen Supercomputer ersetzt. Ein solcher ist trotzdem noch nötig, denn er liefert mit seinem neuronalen Netz die Grundlage für die Künstliche Intelligenz in der Bildverbesserung der Turing-Karten. Bevor das Bild ausgegeben wird, erhöht ein Tensor-Prozessor die Qualität und Auflösung auf der Grundlage eines Modells (Nvidia DLSS, Deep Learning Super Sampling), das auf einem Supercomputer errechnet wurde. Spiele wie PUBG, We Happy Few und Final Fantasy XV werden DLSS unterstützen, Shadow of the Tomb Raider, Metro Exodus und Battlefield V gehören zu den ersten Titeln mit Real-Time Ray Tracing.

Nvidia Turing GPU Specs

GrafikkarteRT CoresSpeicherTDPPreis
GeForce RTX 2080 Ti4.352@1635 MHz11GB GDDR6, 352bit260W1259 Euro
GeForce RTX 20802944@1800 MHz8GB GDDR6, 256bit225W849 Euro
GeForce RTX 20702304@1710 MHz8GB GDDR6, 256bit185W639 Euro

Jetzt vorbestellen, Lieferung am 20. September

Nvidia kündigt die drei neuen Modelle bisher nur an, versprochen werden ein leiser Betrieb der Founders Edition und ein "verrücktes Übertaktungspotential". Vorbestellungen sind bereits über die Nvidia-Webseite möglich, am 20. September treffen die neuen GPUs im Handel ein.

Da Nvidia nur noch in Raytracing-Operationen misst, kann ein Leistungsvergleich zu den Pascal-Karten GTX 1080 oder GTX 1080 Ti in Spielen ohne RTX-Framework noch nicht gezogen werden. Theoretisch ist die RTX 2080 Ti mit 14,2 TFLOPS nur 24 Prozent flotter als eine GTX 1080 Ti (11,47 TFLOPS). Wir werden auf Tuchfühlung mit den neuen GPUs gehen und sind auf erste Benchmarks gespannt.

Quelle: Nvidia