Sony PlayStation 4 Pro könnte mit Xbox One X mithalten© AMD

Spezielle Features
Sony PlayStation 4 Pro könnte mit Xbox One X mithalten

Johannes Schaller, vom

Sonys PS4 Pro Konsole, die im Herbst 2016 auf den Markt kam, kann der kommenden Microsoft Xbox One X womöglich Paroli bieten. Zumindest in einigen optimierten Spieletiteln, die ein Feature der neuen AMD PC-GPUs der Vega-Reihe namens Rapid Packed Math (RPM) unterstützen, könnten die technischen Vorteile von Microsofts neuer Hardware weitgehend egalisiert werden.

Sonys leistungsfähigere PS4 – die PlayStation 4 Pro - ist seit Herbst 2016 erhältlich und hat dazu beitragen können, dass der japanische Elektronikriese seine Führung im Konsolenmarkt weiter gegenüber Microsoft ausbauen konnte. Doch der Redmonder Softwarekonzern schickt sich an, in den kommenden Monaten mit der Xbox One X einen geeigneten Gegenspieler für die PS4 Pro auf den Markt zu bringen. Diese bietet gemäß Einschätzungen von Experten sowie Microsofts eigenem Marketing nach deutlich mehr Grafik-Power (6 Teraflops) unter der Haube als der Sony-Konkurrent (4,2 Teraflops) und soll somit eine Vielzahl von Titeln in nativer 4K-Auflösung darstellen können. Doch wie so häufig in der Welt der Spiele-Branche sind die nackten Leistungswerte der Hardware nicht die komplette Geschichte. Einen gewaltigen Anteil an der finalen Spielerfahrung haben auch die besonderen Software-Anpassungen der Entwickler an ihren Titeln. Und genau dieser letzte Punkt könnte Sonys PS4 Pro - zumindest in der Theorie – zur auf dem Papier stärkeren Xbox One X aufschließen lassen.

Sony PlayStation 4 Pro Konsole© Sony

Den besonderen Trumpf, welchen Sony hinsichtlich seiner PS4 Pro in der Hinterhand hält, heißt „Rapid Packed Math“ oder kurz RPM. Es nicht irgendein ominöser Marketingbegriff, sondern tatsächlich ein Grafikkarten-Feature, welches erst kürzlich von AMDs Radeon-Grafiksparte im Zuge der Enthüllung der neuen Vega-GPUs offiziell vorgestellt worden ist. Das AMD-SoC (System on a Chip) der aktuellen High-End-Konsole von Sony kann trotz seines Erscheinungsdatums im letzten Jahr diese brandneue Vega-Funktion nutzen, wohingegen Microsoft bei der Entwicklung des größeren, leistungsstärkeren AMD-SoC der Xbox One X darauf verzichtete. Kurz gesagt erlaubt es RPM bei bestimmten Berechnungen deutlich mehr Leistung aus der GPU herauszuholen als es die reinen technischen Daten eigentlich vermuten lassen würden.

Die etwas detaillierte Beschreibung von Rapid Packed Math liefert unter anderem dieses Youtube-Video von AMD, das zusammen mit der Enthüllung der neuen Vega-Grafikkarten veröffentlicht worden ist.

Youtube-Video: Sony PlayStation 4 Pro könnte mit Xbox One X mithalten

Das Feature erlaubt der GPU zwei Gleitkomma-Berechnungen mit halber Genauigkeit (16-Bit-Variablen) in derselben Zeit auszuführen, in der ansonsten eine Gleitkomma-Operation mit einfacher Genauigkeit (32-Bit Variablen) durchgeführt worden wäre. Somit können bestimmte Berechnungen also durch RPM beschleunigt werden, oder aber – wie im Fall der PS4 Pro gegenüber der Xbox One X – Berechnungen auf einer vermeintlich schwächeren GPU in ähnlicher Zeit bewältigt werden als auf einem technisch leistungsstärkeren Grafikchip ohne RPM.

Der von Sony auserkorene Hardware-Architekt seiner aktuellen Konsolengeneration, Mark Cerny, deutete das Potential von RPM bereits bei der Vorstellung der PS4 Pro im vergangenen Jahr an. Damals fand das Feature allerdings kaum Beachtung, da noch nicht klar war, an was AMD hier konkret werkelt beziehungsweise wie Spiele schlussendlich davon profitieren könnten. Cerny sagte jedenfalls voraus, dass die GPU der Sony PlayStation 4 Pro bei gewöhnlichen Gleitkomma-Operation mit einfacher Genauigkeit zwar einen theoretischen Leistungswert von 4,2 Teraflops erreiche, jedoch in der Lage sei, durch zwei Gleitkomma-Berechnungen mit halber Genauigkeit diesen Wert auf 8,4 Teraflops zu verdoppeln. Für Entwickler böte sich damit eine Möglichkeit, im Laufe des Lebenszyklus der Konsole mehr Performance aus dieser herauszuholen.

Microsoft Xbox One X Konsole© Microsoft

Der letzte Satz von Cernys Aussage zu RPM ist schlussendlich wohl der entscheidende. Jenseits aller Zahlenvergleiche und Versprechen der Konsolenhersteller wird es ganz entscheidend auf die Entwickler ankommen, ob und, wenn ja, wie effizient diese das neue Feature in ihre kommenden Spieletitel implementieren werden. Diesbezüglich liegt es nahe anzunehmen, dass vermutlich vorrangig Sonys eigene Studios die Besonderen des in der PS4 Pro verbauten AMD-SoCs auszunutzen versuchen werden. Davon abgesehen wird die Akzeptanz von RPM am Markt wohl auch stark von dem Erfolg der neuen Vega-Grafikkarten im PC-Gaming-Markt abhängen. Immerhin hat AMD hierzu prestigeträchtige Kooperationen mit namhaften Entwicklerstudios schließen können. Wie bekannt gegeben wurde, werden unter anderem Ubisoft (Far Cry 5) und Bethesda (Wolfenstein 2: The New Colossus) Spiele für Vega-GPUs optimieren und dabei auch RPM implementieren. Abschließend sei fairerweise aber auch noch einmal klar und deutlich darauf hingewiesen, dass Spiele ohne RPM-Unterstützung äußerst wahrscheinlich auf der Xbox One X etwas besser aussehen und / oder performanter laufen werden als auf der PS4 Pro. Das sollte die zweifelsfrei leistungsstärkere Hardware schlicht und einfach liefern können.

Quellen: WCCF Tech, Eurogamer

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