Bose QuietComfort 35 II im Test:
Komfortabler geht nicht

von Robert Kern
aktualisiert am 13. Februar 2019

Der Bose QuietComfort 35 II ist für uns der bequemste Noise-Cancelling-Kopfhörer. Seine Leichtigkeit ergänzt er mit neutralem Sound, langer Akkulaufzeit und guter aktiver Geräuschunterdrückung. Nur auf einen USB-C-Anschluss verzichtet Bose weiterhin.

ANC-Pionier
Tausende von Aha-Erlebnissen

Für viele Menschen ist es noch eine neue Erfahrung: Man setzt Kopfhörer auf, schaltet sie an und auf einmal ist Ruhe. Auf einmal nimmt man bewusst wahr, welchen Lärm und was für ein Hintergrundrauschen das Gehirn die ganze Zeit aktiv ausblendet. Wow! Ein Ingenieur namens Dr. Bose hat diese aktive Geräuschunterdrückung erfunden. Er ist Namensgeber für den Bose QuietComfort 35 II, der als bequemster Kopfhörer unserer Favoriten der Sproß einer traditionsreichen Dynastie an Noise-Cancelling-Headsets ist. Das Bose Aviation Headset kam 1989 auf den Markt und seither begeistert die Technologie des berechneten Gegenschalls die Nutzer beim Erstkontakt.

  1. ANC-Pionier
  2. Entspannte Stille
  3. Neutraler Sound
  4. Technische Daten
  5. 24 Stunden Akku
  6. Ausstattung & App
  7. Unser Fazit
  8. Preisvergleich

30 Jahre später ist nichts von dieser Magie verloren gegangen, nur das Kabel wich der Übertragung per Bluetooth. Aktives Noise-Cancelling ist nicht mehr nur was für Vielflieger, sondern erfreut sich mit dem Wegfall der Klinkebuchse bei Smartphones steigender Beliebtheit unter mobilen Kopfhörern.

Der Lärm des täglichen Arbeitswegs bleibt draußen, im Büro kannst du besser abschalten und die “Eindringtiefe” der Musik ist stärker. Müssten wir uns aus allen erdenklichen Formen und Arten von Kopfhörern auf einen festlegen, dann wäre es ein Bluetooth-Kopfhörer mit Noise-Cancelling. Wenn es dann auch noch der bequemste sein soll, für stundenlanges Hören, ist der Bose QC 35 II der Richtige.

Youtube-Video: Bose QuietComfort 35 II im Test:

Komfort ist das A und O eines mobilen ANC-Kopfhörers

Bose ist nicht mehr unangefochten, was Bluetooth-Kopfhörer mit Noise-Cancelling angeht. In allererster Linie Sony, aber auch Bowers & Wilkins, Sennheiser und Microsoft machen dem einstigen Primus mit ihren Premium-ANC-Kopfhörern Konkurrenz. Das ändert nichts an der Beliebtheit der Bose-Quiet-Comfort-Serie, insgesamt ist der Markt für ANC-Over-Ears auch wachsend und unter dem wesentlichen Aspekt des Komforts führt Bose die Rangliste immer noch an.

Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 4)© Mopolis

Kein anderer Noise-Cancelling-Kopfhörer ist auf Dauer so bequem. Leicht, weich und luftig mit transparentem, neutralen Sound könnten wir den QC35 II ewig aufbehalten. Mit nur 236 Gramm ist der Bose-Kopfhörer der zweitleichteste ANC-Over-Ear unter unseren Favoriten, unterboten nur vom Sennheiser PCX 550 mit 227 Gramm.

Auch in den Abmessungen ist der QC 35 II äußerst mobil. Die Ohrmuscheln sind sehr flach und er lässt sich auf einen minimalen “Fußabdruck” zusammenfalten. Wenn einer unserer Noise-Cancelling-Kopfhörer in die Jackentasche passt, dann der Bose QuietComfort 35 II. Er ist also nicht nur komfortabel zu tragen, sondern auch zu transportieren. Hier ist Bose mit dem schlanken Profil immer noch einsame Spitze.

Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 9)© Mopolis
Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 9) (Bild 10)© Mopolis

Hochwertige Verarbeitung

Leichtmetall auf den Ohrmuscheln, Kunstleder und Alcantara sorgen für den hohen Tragekomfort des Bose QuietComfort 35 II. Die Anmutung ist zwar nicht ganz so edel wie beim Bowers & Wilkins PX, mitunter auch weil viele Schrauben zu sehen sind, dafür ist der QC35 II auf jeden Fall robust.

Aus der Langzeiterfahrung mit dem nahezu identischen Vorgänger QC35 können wir sagen, dass das Design auf jeden Fall Stürze, leichten Regen und exzessive Nutzung über lange Zeit ab kann. Das Kunstleder der Earpads sieht nach zwei Jahren noch aus wie am ersten Tag, nur dem Alcantara sieht man irgendwann geringfügig die Nutzung an. Dieser Kopfhörer wird dich lange begeistern.

Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 7)© Mopolis

Entspannte Stille
Premium Noise-Cancelling, wenn auch nicht das beste

Das Noise-Cancelling ist auf Top-Level und galt für uns lange als Referenz, bis Sony mit den WH-1000XM3 (Testbericht) auf den Markt brachte und die Geräuschminimierung auf ein bisher nicht gekanntes Level hob. Wir haben die ANC-Kopfhörer direkt verglichen, vor der Waschmaschine, im Straßenverkehr und vor einem kräftigen Stereo-Setup, das uns Flugzeuggeräusche entgegen bläst. Letzteres hielten wir immer für eine Domäne des QC 35 II, Sonys ANC nimmt dem Lärm allerdings noch etwas mehr Präsenz.

Darauf würden wir jetzt aber keine Kaufentscheidung aufbauen, sowohl mit dem QuietComfort 35 II als auch mit dem Sony 1000XM3 hast du deine Ruhe dank erstklassigem Noise-Cancelling. Es ist bei Bose nicht ganz so detailliert anpassbar wie das von Sony, aber wichtiger sind Komfort und Sound.

Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 11)© Mopolis

Neutraler Sound
Transparenz ohne übertriebenen Bass

Der Bose QC35 II sitzt klanglich für uns genau zwischen dem Bowers & Wilkins PX und dem Sony WH-1000XM3. Der B&W klingt anstrengungslos, neutral, detailliert und lebendig mit weit geöffneter Bühne. Sony opfert Details in den Höhen für einen druckvolleren Bass, viele unserer Testhörer empfinden den Bass-Boost als “klingt besser”. Bose liegt dazwischen: Luftig aber nicht ganz so frei wie der PX. Neutral, aber weniger präzise. Bassstark, aber weniger betont als bei Sony.

Der erste Absatz soll helfen, wenn die Sound Signatur eine große Rolle spielt. Da es sich im Grunde um einen mobilen Kopfhörer handelt, klingt der QC35 II einfach erstklassig, wie die anderen genannten Favoriten auch. Wir sind oft erstaunt, wie in Audio-Fachforen über den Klang gestritten wird und der eine Kopfhörer den anderen “in Grund und Boden spielt”. Keiner hebt sich für uns nennenswert ab in der Klasse von 250 bis 400 Euro.

Die Codecs: Weder AptX HD noch LDAC

Auf dem Datenblatt ist der Bose QuietComfort 35 II etwas arm dran, weil er neben dem SBC nur Apples AAC als Codecs unterstützt. Jetzt kann man sich schlau machen über AptX HD, LDAC und Co. und wird dabei entdecken, dass die anderen mitunter ein Label “Hi-Res Audio” (96KHz, 24bit) tragen oder mit dreifacher Datenrate protzen. In unseren Blindtests klingen die angeblich hochqualitativen Codecs nicht wirklich besser.

Sofern die Quelle hochwertiges Material abspielt, also AAC mit 250 kbit/s oder SBC mit 345 kbit/s, braucht es schon ein extrem feines Gehör, um bei einem Wireless-Kopfhörer da noch Luft nach oben rauszuhören. Für uns ist Spotify Premium (Ogg Vorbis, 320kbps) schon auf einer Stufe mit Tidal Hi-Fi (Flac, 1.411kbps) - Mit 500-Euro-Studiokopfhörern am DAC und erst recht mit Wireless-ANCs. Der Mangel an Codecs gereicht dem Bose QC35 II in unseren Ohren nicht zum Nachteil.

Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 6)© Mopolis

Technische Daten

  1. Kopfhörer-Typ:Noise-Cancelling, geschlossen, faltbar
  2. Frequenzbereich:k.A. (ca. 10 bis 20.000 Hz)
  3. Treiber:k.A.
  4. Akkulaufzeit:ca. 24 Stunden (ANC), max. 40 Stunden (per Kabel)
  5. Bluetooth-Reichweite:ca. 10 Meter
  6. Anschlüsse:Bluetooth 4.2, mikroUSB, 3.5mm Klinke, NFC
  1. Audioformate:SBC, AAC
  2. Gewicht:236 Gramm
  3. Farbe:Schwarz
  4. Service:2 Jahre Garantie
  5. Lieferumfang:Kopfhörer, Tasche, USB- & Audio-Kabel

24 Stunden Akku
Ordentliche Laufzeit, aber kein USB-C

Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 5)© Mopolis

Mit dem Bose QuietComfort 35 II kommen wir auf mindestens 15 Stunden Akkulaufzeit. Über eine Woche protokolliert, sind es mit 24 Stunden sogar mehr als Bose selber bewirbt (20 Stunden). Der ausdauernde Akku trägt bei zum Komfort, das einzige Problem ist, dass wir im Jahr 2019 immer noch ein microUSB-Kabel mitnehmen müssen. Auf Reisen wollen wir gern auf alles vorbereitet sein und USB-C ist da ein echter Heilsbringer: Unser Notebook/Convertible, Smartphone, PowerBank teilen sich ein Kabel aber Bose braucht die Extrawurst… Schade, Bowers & Wilkins und Sony zeigen, wie es besser geht.

Über Kabel 40h mit ANC, unbegrenzt ohne

Der QC35 II bietet auch die Möglichkeit, kabelgebunden über 3,5mm-Klinke zu hören. Viele Smartphones verzichten mittlerweile auf diesen Anschluss, mindestens im Flugzeug findet sich mit dem In-flight-Entertainment aber ein sinnvoller Anwendungsbereich. Nicht wenige Airlines bieten ihren Fluggästen Kopfhörer, die im lärmenden Flugzeug im Grunde unbrauchbar sind. Kabelgebunden erhöht sich die Akkulaufzeit deutlich, für ANC und Verstärker wird aber trotzdem Energie verbraucht.

Ohne den DAC im Bose QC35 II, also nur über das Kabel gepowered, schwächelt der Sound je nach DAC und wir würden diesen Modus nur im Notfall vorziehen.

Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 15)© Mopolis

Ausstattung und App
Handliches Transportcase, unwürdige Kabel

Beim Zubehör offenbart Bose eine etwas unwürdige Sparsamkeit: Es gibt ein sehr handliches Hardcase mit Inlay für die mitgelieferten Kabel, aber das ehemals aufgenähte Logo ist nun ein simpler Druck. Das USB-Kabel sieht aus wie ein generisches aus einem China-Shop. Der Flugzeugadapter, den der Vorgänger noch dabei hatte, fehlt.

Dafür gibts jetzt einen Action-Button am linken Ohrhörer, der je nach Einstellung in der Bose-Connect-App das NC beinflusst (Hoch, Niedrig, Aus) oder einen Sprachassistenten (Google, Alexa, Siri) aktiviert. Wir bemühen den Google Assistant eher selten, meistens für kurze Sprachnachrichten - das NC stellen wir aber noch seltener um von der höchsten Stufe. Die Gesprächsqualität bei Telefonaten, die mit dem mittleren Button rechts angenommen werden, ist für den Gegenüber auch ok, die Entfernung zum Mikrofon hört man, aber es gab keine Beschwerden über schlechte Qualität.

Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 12)© Mopolis

Prinzipiell sind die Hardware-Buttons eine sichere Bank. Sonys fancy Touchsteuerung am WH-1000XM3 kann schon mal mehrere Anläufe erfordern, wenn es um die 0°C kalt ist. Dafür kennt der QC35 II kein Hush-Feature, bei dem das Abdecken der Ohrmuschel die Musik stoppt und die Umgebungsakustik durchlässt.

Und Bose stellt seiner App mit der zwingend notwendigen Standortfreigabe wieder ein Steinchen in den Weg. Die Connect-App braucht es, um Firmware-Updates vorzunehmen, die Sprachansagen einzustellen oder per Musikfreigabe ein zweites Paar Bose-Kopfhörer in den Stream einzubinden. Ansonsten zieht es den Bose-Nutzer weit weniger in die App als den Besitzer des Sony 1000-XM3.

Bose QuietComfort 35 II im Test: (Bild 3)© Mopolis

Unser Fazit zum Bose QuietComfort 35 II
Wellness pur, begeistert vom Tragekomfort

Er macht seinem Namen alle Ehre, denn der Bose QuietComfort 35 II steht für außergewöhnlichen Komfort und starkes Noise-Cancelling. Dazu gesellen sich ein neutraler Sound und ein geringes Gewicht bei handlichen Abmessungen des sehr gut verarbeiteten ANC-Kopfhörers.

Da er zu den leichtesten und bequemsten Over-Ear-Kopfhörern zählt, kannst du den QC 35 II sehr lange ohne Drücken oder Ermüden tragen, auch als Brillenträger. Gerade auf langen Reisen ist der Kopfhörer eine Wohltat, aber auch im Büroalltag hilft das ANC beim Fokussieren. Die Geräuschunterdrückung zählt zu den besten und mit 24 Stunden Akkulaufzeit kannst du eine ganze Weile pendeln oder mehrere Arbeitstage ohne Aufladen durchstehen.

Dass Bose für den Ladeanschluss auf USB-C verzichtet ist ärgerlich, du wirst den langlebigen Kopfhörer sicher auch noch begeistert nutzen, wenn sich der neue Anschluss bereits durchgesetzt hat. Ansonsten ist dieser Noise-Cancelling-Kopfhörer uneingeschränkt zu empfehlen.

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