Sony WH-1000XM3 im Test:
Der beste Noise-Cancelling-Kopfhörer

von Robert Kern
aktualisiert am 11. Februar 2019

Unfassbar gutes Noise-Cancelling, starker Sound, lange Akkulaufzeit und hoher Komfort machen den Sony WH-1000XM3 zum besten Noise-Cancelling-Kopfhörer. Er ist leicht, lässt sich zusammenfalten, lädt über einen zeitgemäßen USB-C-Anschluss und klingt auch gut bei Telefonaten oder Skype-Calls. Sony hat an alles gedacht.

Mehr als nur teure Stille
Die neuen Volkskopfhörer setzen auf BT & ANC

Der Sony WH-1000XM3 ist ein Kopfhörer, deren Kauf sich jeder, der viel Musik hört, überlegen sollte. Klar klingen "Die besten Noise-Cancelling-Kopfhörer" erstmal nach teurer Nische für Vielflieger in der Business Class. Preise in dieser Premium-Klasse schwanken zwischen 200 Euro und weit über 350 Euro. Wir sehen den Sony WH-1000XM3 im Test und seine Konkurrenten in unserer Kategorie trotzdem als neue Volkskopfhörer.

  1. Mehr als nur Stille
  2. Komfort & Leichtigkeit
  3. Kräftiger Sound
  4. Technische Daten
  5. 30 Stunden Akku
  6. Ausstattung & App
  7. Unser Fazit
  8. Preisvergleich

Sonys WH-1000XM3 klingt stark, bietet brillantes Noise-Cancelling, ist mobil, komfortabel und langlebig. Das gilt für alle unsere Favoriten in der Noise-Cancelling-Kopfhörer Kategorie. Die meisten modernen Smartphones verzichten auf einen 3,5mm-Anschluss, weswegen Wireless-Kopfhörer sich steigender Beliebtheit freuen. Mit Akkulaufzeiten zwischen 20 und 30 Stunden decken wir den täglichen Arbeitsweg locker für eine Woche ab. Die Over-Ear-Bauform fasst nicht nur große Akkus (im Vergleich zu In-Ear-Bluetooth-Kopfhörern), es kommen natürlich auch größere Treiber für besseren Sound unter. Für uns ist so ein Kopfhörer der beste Kompromiss aus Klang, Mobilität und Kompatibilität, den man sich für mehrere Jahre als Begleitung kauft.

Youtube-Video: Sony WH-1000XM3 im Test:

Next Level Active Noise Cancelling

Obwohl alle ANC-Over-Ears das Gleiche wollen, eine Geräuschreduzierung, arbeiten Noise-Cancelling-Kopfhörer sehr unterschiedlich. Alle stürzen sich auf die leichte Kost monotoner Umgebungsgeräusche, die über eingebaute Mikrofone ermittelt werden. Unerwartete und chaotische Geräusche wie Stimmen überfordern die Kopfhörer, der Signalprozessor kommt dann oft nicht hinterher. Im Auto oder Bus können Erschütterungen zum Beispiel unangenehme Sound-Artefakte produzieren. Sonys Antwort darauf ist ein Soundchip und die individuelle Anpassung des Noise-Cancellings an die Außengeräusche.

Der Bose Quiet Comfort 35 II fokussiert seine Dämpfung auf den gleichmäßigen Lärm und lässt Gespräche bewusst durch. Sony wollte schon bei den Vorgängern immer mehr in Sachen Geräuschminimierung. In der App für die Kopfhörer der 1000XM-Serie kann dafür eine gezielte Analyse der Umgebung und eine Präferenz gewählt werden. Mit dem XM3 erreicht das aktive Noise-Cancelling eine neue Stufe, denn der eigener Chip kümmert sich um das ANC in Echtzeit. Das kann derzeit keiner besser.

Sony WH-1000XM3 im Test: (Bild 11)© Mopolis

Wir waren viel unterwegs mit dem Sony WH-1000XM3, haben ihn aber auch mit Aufnahmen von Flugzeugen, Verkehr oder der Waschmaschine zugedröhnt. Sony isoliert besser als Bose, filtert mehr vom Rauschen und auch unerwartete Geräusche werden besser gedämpft. Es gibt keine absoulute Stille, aber der WH-1000XM3 ist nach unserem Testbericht unser neuer ANC-King.

Komfort und Leichtigkeit
Sony WH-1000XM3 vs. Bose QC 35 II

Beim Tragekomfort eines Kopfhörers kommt es natürlich immer auf die individuelle Kopfform und die Ohren an. Im Direktvergleich mit dem kleineren und leichteren Bose QC 35 II empfinden wir den Sony WH-1000XM3 fast als gleichwertig. Mir persönlich gefällt der Sony sogar besser, aber in meiner kleinen Testgruppe von 7 Personen steht es 5:2 für Bose. Sony hat aber auch sehr geräumige Ohrmuscheln mit weichen Ohrpolstern, die Außengeräusche auch bei Brillenträgern schon sehr gut abschirmen. Bei Komfort und Passform kommt es stark auf das persönliche Empfinden an, das gilt auch für den Sound.

Sony WH-1000XM3 im Test: (Bild 2)© Mopolis
Sony WH-1000XM3 im Test: (Bild 2) (Bild 8)© Mopolis

Bei einem mobilen Kopfhörer, der vielleicht auch auf Langstreckenflüge mitgenommen wird, stehen bequemes Tragen und eine angenehme Passform ganz oben auf der Prioritätenliste. Sowohl um die Ohren als auch auf dem Kopf sitzt der Sony WH-1000XM3 sehr weich und angenehm auf. Der dünnere Metallbügel klammert sehr locker ohne großen Druck, trotzdem werden die Ohren für passive Geräuschreduzierung dicht genug umschlossen.

Mit 254 Gramm zählt der Sony zu den leichtesten ANC-Over-Ears und bietet trotzdem hohe Stabilität. Bis auf den innen sitzenden Metallbügel verwendet Sony Kunststoff, was weit weniger hochwertig wirkt, zieht man beispielsweise den Bowers & Wilkins PX zum Vergleich heran. Bei der Langlebigkeit können wir noch kein Urteil fällen, die Verarbeitung macht aber einen guten ersten Eindruck. Während bei der 1. Generation WH-1000XM noch vereinzelt Risse im Bügel auftraten, sind die Berichte für die zweite und dritte Generation nahezu verschwunden.

Sony WH-1000XM3 im Test: (Bild 7)© Mopolis

Kräftiger Sound
Sony setzt auf Codecs und EQ

Voll, rund und bassbetont lässt sich der Sound des Sony WH-1000XM3 am besten beschreiben. In der Sony Headphones App gibt es einen Equalizer, für den ihr allerdings die Priorität der Bluetooth-Verbindung von “Klangqualität” auf “stabile Verbindung” ändern müsst. Mit dem Equalizer verzichtet ihr auf eine Reihe von Codecs: LDAC (990 kbps), AptX HD (576 kbps) und Sonys DSEE HX für den SBC (328 kbps). Wir hören die meiste Zeit mit LDAC, können aber keinen Unterschied in den Übertragungswegen heraushören, sofern der SBC und eure Streaming-App auf maximaler Qualität laufen.

Ihr dürft den EQ also gern auf “Hell” stellen, wenn ihr wie wir weniger bassigen Sound bevorzugt. Der Sony WH-1000XM3 klingt nicht aufgrund seiner zahlreichen Codecs besser als der Bose QC 35 II, im Grunde wird letzterer mit seiner neutraleren Einstellung von einigen sogar bevorzugt. Sony gewinnt hier das Rennen sehr knapp, aufgrund seiner Einstellmöglichkeiten und weil in unserer Testgruppe der subjektive Ausschlag in Richtung Sony ging. Mehr Bass heißt aber nicht automatisch besser, weil der QuietComfort 35 II als weniger tiefenbetonter Kopfhörer den Details in den Höhen mehr Luft lässt und dadurch einen minimal brillanteren Klang suggeriert.

Alles in allem ist der Unterschied nicht wirklich groß und ausschlaggebend, anders als in vielen Testberichten dargestellt. Hier findest du übrigens eine Playlist, die unserer Meinung nach gut zum Test passt:

Technische Daten

  1. Kopfhörer-Typ:Noise-Cancelling, geschlossen, faltbar
  2. Frequenzbereich:4 bis 40.000 Hz
  3. Treiber:40 mm, Kalotte (Kupfer-Schwingspule)
  4. Akkulaufzeit:ca. 30 Stunden (ANC), max. 38 Stunden (ohne ANC)
  5. Bluetooth-Reichweite:ca. 10 Meter
  6. Anschlüsse:Bluetooth 4.2, USB-C, 3.5mm Klinken, NFC
  1. Audioformate:SBC, AAC, aptX, aptX HD, LDAC
  2. Gewicht:255 Gramm
  3. Farbe:Schwarz
  4. Service:2 Jahre Garantie
  5. Lieferumfang:Kopfhörer, Tasche, USB- & Audio-Kabel, Flugzeugadapter

30 Stunden Akkulaufzeit
Und schnelles Aufladen über USB-C

Sony WH-1000XM3 im Test: (Bild 10)© Mopolis

Mit dem Sony WH-1000XM3 kannst du zwei Wochen lang jeden Tag zwei Stunden Arbeitsweg bei hoher Lautstärke durchhören und hast trotzdem noch Saft für die Wochenenden. Wir hören meist zu laut, um Sonys beworbene 30 Stunden zu erreichen, kommen mit 28 Stunden aber nah dran. Ohne ANC könnt ihr Sonys Werte locker toppen und falls euch doch mal die Batterie ausgeht, habt ihr dank der Schnellladefunktion in 10 bis 15 Minuten am Netz wieder Energie für bis zu 5 Stunden. Einmal von 0 auf 100 dauert etwa drei Stunden.

Es gibt einen Abschalt-Timer in der App, was zwei Vorzüge bringt. Stoppt die Musik, so schaltet sich der 1000XM3 nach einer eingestellten Zeitspanne ab. Da der Standby-Modus ohne Musikstreaming wenig verbraucht, spart das jetzt nicht sehr viel Akku. Der größere Vorteil ist in unseren Augen, dass ihr den Timer auf bis zu 3 Stunden stellen oder einfach deaktivieren könnt, und so das NC auch ohne Musik nutzt. Stille tut auch gut.

Sony hat sich glücklicherweise nicht getraut, 2018 noch einen ANC-Kopfhörer im Premium-Segment ohne USB-C-Port auf den Markt zu bringen. In vielen Fällen erlaubt der moderne Port den Verzicht auf ein separates Ladekabel, weil mit Smartphones und Notebooks immer mehr Mobilgeräte den gleichen Anschluss nutzen.

Der Sony WH-1000XM3 hält nochmal 30 Prozent länger durch als der Bose QC 35 II und er lässt sich über USB-C laden. Genug Vorteile für einen klaren Sieg unter dem Aspekt der Batterie.

Sony WH-1000XM3 im Test: (Bild 4)© Mopolis

Ausstattung & App
Custom Sound & Codec-Vielfalt

Mit einer sehr umfangreichen App, Touch-Controls und für die Musikwiedergabe und Lautstärke sowie einem hochwertigen Transportcase schnürt Sony ein tolles Paket. Du kannst deinen Sound und das Noise-Cancelling individualisieren, so tiefgreifende Einstellmöglichkeiten für die Geräuschminimierung findest du nur bei Sony.

Die Bedienung über App und Smartphone wird ergänzt durch eine Touch-Steuerung an den Ohrmuscheln. Das für uns beste Feature: Deckst du die Mikrofone der rechten Ohrmuschel mit der Hand ab, stoppt die Musik und du hörst deine Umgebung durch. So kannst du auf Ansagen am Bahnhof reagieren oder falls dich Kollegen ansprechen und musst die Kopfhörer nicht extra abnehmen. Das hat im Test super funktioniert.

Wischst du mit dem Finger aus der Mitte nach vorn, wählst du den nächsten Track, nach oben wird es lauter und in die Gegenrichtungen entsprechend umgekehrt. Doppeltes Tippen in der Mitte nimmt Anrufe an, pausiert die Wiedergabe oder führt diese fort. Wenn es besonders kalt ist, klappt das nicht immer zuverlässig. Bei Minusgraden nimmst du einfach den Google Assistant, dessen Taste sich an der linken Ohrmuschel findet.

Sony WH-1000XM3 im Test: (Bild 13)© Mopolis

Sprachsteuerung mit dem Google Assistant


In einer voll besetzten Bahn ist es schon ein wenig peinlich, die Google-Taste zu drücken und was rein zu diktieren. Ob “Weiter”, “Leiser” oder “Das Meeting verlief super, wir haben den Auftrag, um 18 Uhr wird gefeiert” - den Google Assistant nutzen wir nur für uns alleine oder maximal im Gehen auf einer belebten Straße. Das bedeutet nicht, dass er nicht hilfreich ist.

Musiksteuerung, Fragen nach dem Weg in Google Maps, eingehende Nachrichten vorlesen lassen und allgemeine Wissensfragen zählen zu den verbreiteten Szenarien. Google kann dir sagen, dass die ISS die Erde an einem Tag 16 Mal umrundet, dass das 27.600 Km/h entspricht. Es löst die Gleichung 24/16=1,5. Google liefert dir das Wetter auf Anfrage oder spielt Medien auf einem anderen Lautsprecher oder TV, falls du sie in der Home-App eingerichtet hast. Es gibt viele Einsatzmöglichkeiten, probier es am besten einmal aus.

Sony WH-1000XM3 im Test: (Bild 6)© Mopolis

Unser Fazit: Sony WH-1000XM3 ist neuer Favorit
Verblüffend guter Noise-Cancelling-Kopfhörer

Sony bleibt mit einem schnellen Release-Zyklus am Puls der Zeit und liefert mit dem Sony WH-1000XM3 einen begeisternden Noise-Cancelling-Kopfhörer ab. Er bietet hohen Komfort bei geringem Gewicht, eine super Ausdauer von 28 Stunden, eine Schnellladefunktion und bequeme Touch-Bedienung.

Bei der Klangabstimmung setzt Sony auf starke Bassbetonung, lässt dir mit einem Equalizer in der sehr umfangreichen App aber persönliche Einstellmöglichkeiten. Du hast zahlreiche Codecs zur Auswahl von LDAC über AptX HD und Sonys Klangoptimierung DSEE HX für SBC. Ebenfalls viele Optionen gibt es für die Geräuschunterdrückung, die der Konkurrenz klar überlegen ist.

Der Sony WH-1000XM3 ist aufgrund des überragenden ANCs, USB-C-Port und vieler Kleinigkeiten unser neuer Favorit. Kriegt ihr einen Bose QC 35 II im Angebot, solltet ihr trotzdem auch da zuschlagen. Er ist etwas leichter, kleiner, klingt neutraler und für viele ist er auch noch komfortabler.

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