Huawei P20 Pro im Test:
Starke Smartphone-Kamera

von Robert Kern
aktualisiert am 04. Dezember 2018

Rund um die Triple-Kamera bietet das Huawei P20 Pro einen ausdauernden Akku, ein hervorragendes OLED-Display und ein aufregendes Twilight-Design. Das P20 Pro ist ein bahnbrechendes Flaggschiff, mit dem Huawei mit Apples iPhone X und Samsungs Galaxy S9 nicht nur gleichzieht - es schlägt beide mit seiner fantastischen Kamera.

Huawei ist stolz
Der Vergleich mit Apple

Unzählige Male bemüht Richard Yu als Huawei-CEO für das Consumer Business bei der Vorstellung des P20 Pro den Vergleich zur Konkurrenz und insbesondere zum iPhone X und somit auch zu den neuen Modellen wie dem Apple iPhone Xs Max (Testbericht). Nicht umsonst fällt Wechselwilligen der Umstieg von iOS auf Android mit einem Huawei-Telefon sehr leicht. Immer wieder kopiert das chinesische Unternehmen mit großem Eifer vom Vorbild aus Kalifornien.

  1. Huawei ist stolz
  2. Kamera-Triple
  3. Glas mit Farbwechsel
  4. Technische Daten
  5. Premium-Hardware
  6. Android mit EMUI
  7. Unser Fazit
  8. Preisvergleich

Für die Wertigkeit der Huawei-Smartphones, für die Funktionsvielfalt und auch für den Erfolg ist das eine lohnenswerte Strategie. An Apple ist Huawei in Bezug auf die Stückzahlen schon vorbeigezogen. Sie haben es sich jedoch zum Ziel gemacht, auch Samsung auf dem ersten Platz im globalen Ranking zu schlagen. Dafür braucht es mehr als nur exzellente Kopien, es braucht bahnbrechende Innovation und mit dem P20 Pro und dem neueren Mate 20 Pro liefert Huawei genau das.

Hinsichtlich Vertrieb und Support konnten sich Smartphones von Huawei auch von Xiaomi, OnePlus und der Hausmarke Honor absetzen. Jetzt wo das Mate 20 Pro als Technologie-Showcase mit höher aufgelöstem OLED-Display, schmaleren Rändern, Laser-Gesichtsserkennung und In-Display-Fingerabdruckscanner rumprotzt, sinkt der Gerätepreis des anderen Flaggschiffs in diesem Jahr.

Youtube-Video: Huawei P20 Pro im Test:

Mehr als ein iPhone mit Android

Eine phänomenale Low-Light-Performance, der riesige und ausdauernde 4.000-mAh-Akku und ein gewagtes, zweifarbiges Design zeigen, dass das Huawei P20 Pro die Konkurrenz mit Neuheiten übertrumpfen kann. Der Fingerabdruckscanner, der sich unters Display quetscht, die unbrauchbaren 4K-Videoaufnahmen und die immer unaufgeräumtere Oberfläche Emotion UI waren Huaweis Baustellen für das kommende Flaggschiff. Wer sich daran stößt, greift zum Mate 20 Pro.

Auf jeden Fall darf sich das Huawei P20 Pro schon zu den besten Smartphones zählen. Perfekt ist es allerdings noch nicht, das zeigt auch unser Test.

Huawei P20 Pro im Test: (Bild 21)© Mopolis

Kamera-Triple
Fantastische Hardware, dürftige KI

Drei Kameras platziert Huawei auf die Rückseite des P20 Pro und das technisch beeindruckende Gespann erzielte mit 109 Punkten im Ranking der Experten von DxOMark den neuen Highscore. Hinter der obersten Linse verbirgt sich eine 8-Megapixel-Telekamera (f/2.4), die mittlere Kamera hat einen 40-Megapixel-RGB-Sensor (f/1.8) und die unterste fotografiert Monochrom mit 20 Megapixeln (f/1.6).

Alle Kameras sind optisch stabilisiert, die Linsen kommen von Leica. Der 40-MP-Sensor rechnet vier Pixel zusammen und gibt 10-MP-Bilder aus. Mit mehr als 1,4 cm Diagonale (1/1.78 Zoll) ist der Sensor deutlich größer im Vergleich mit dem Galaxy Note 9 (1 cm) und dem iPhone X (1,27 cm). Gute Voraussetzungen für scharfe, kontrast- und detailreiche Fotos also. Im Test hat die Kamera des P20 Pro sehr viel Spaß gemacht, oft konnten Betrachter nicht glauben, dass die Bilder von einem Smartphone stammen.

Huawei P20 Pro im Test: (Bild 15)© Mopolis
Huawei P20 Pro im Test: (Bild 15) (Bild 17)© Mopolis
Huawei P20 Pro im Test: (Bild 15) (Bild 17) (Bild 18)© Mopolis

Nachtmodus ist verblüffend

Der wohl beeindruckendste Aspekt der Sensor-Linsen-KI-Kombo sind Aufnahmen bei schlechtem Licht. Selbst mit mehreren Sekunden Belichtungszeit erreicht das P20 Pro scharfe und detailreiche Nachtaufnahmen. Lichtgraffitis und Streifen von Verkehrslichtern sind als Preset wählbar.

Was uns ebenso sehr gut gefällt ist die Möglichkeit des nahezu verlustfreien Zooms. Wir können Motive 3x-5x näher ohne Pixelmatsch ranholen. Zudem ist die Kamera extrem schnell. Der Laserautofokus trifft stets flott auf den Punkt.

Huawei P20 Pro im Test: (Bild 13)© Mopolis
Huawei P20 Pro im Test: (Bild 13) (Bild 16)© Mopolis
Huawei P20 Pro im Test: (Bild 13) (Bild 16) (Bild 19)© Mopolis

Foto-KI übertreibt einfach nur

Das P20 Pro greift sehr stark in die Bilder ein. Von Haus aus ist eine künstliche Intelligenz aktiviert, die Pflanzen grüner, den Himmel blauer oder den Hintergrund weicher macht. Die Erkennung funktioniert sehr gut, durch die Übertreibungen und zusätzliches Nachschärfen wirken viele Bilder aber unnatürlich. Dass HDR per Hand eingeschaltet werden muss, ist ein weiteres Manko. Bei der Frontkamera mit 24 Megapixeln weicht die KI die Porträtsfotos auf, hier dürften viele Nutzer das Verschwinden von Hautunreinheiten begrüßen.

Auch in Sachen Videos zeigt sich das P20 Pro mit Verbesserungspotential. Die Super-Slowmotion macht Spaß, in Full HD schafft der Kirin-970-Chip auch eine hervorragende Stabilisierung. Für 4K sieht das Ergebnis des Prozessors allerdings dürftiger aus, hier hat Huawei Nachholbedarf.

Glas mit Farbwechsel
Wertiges und innovatives Design

Huawei P20 Pro im Test: (Bild 23)© Mopolis

Soviel beim Huawei P20 Pro auch positiv an Apple erinnert, es gibt jede Menge eigene Highlights wie die Twilight-Farbgebung. Eine “kleinere Notch” zählen wir nicht unbedingt zu den Vorteilen, die Möglichkeit, sie dank des OLED-Displays in komplettem Schwarz verschwinden zu lassen, schon eher.

Nur die schwarze Farbvariante trägt einen mattierten Rahmen, alle anderen Farben des P20 Pro glänzen und in der Twilight-Variante will es ganz besonders auffallen. Die Verarbeitung des nach IP67 wasserdichten Gehäuses ist vorbildlich, das elegante Design wird nur von ein paar fragwürdigen Elementen gestört.

Huawei P20 Pro im Test: (Bild 5)© Mopolis
Huawei P20 Pro im Test: (Bild 5) (Bild 9)© Mopolis
Huawei P20 Pro im Test: (Bild 5) (Bild 9) (Bild 20)© Mopolis

Die Notch blenden wir aus, den blitzschnellen Fingerabdrucksensor hätten wir gern auf der Rückseite gehabt. Das “Kinn” des P20 Pro konterkariert die Bemühungen der Notch, so viel wie möglich Front für das Display zu lassen. Samsung hat das beim Note 9 und der Galaxy-S-Serie deutlich eleganter gelöst. Zumindest kann der Fingerabdruckscanner für die Navigation genutzt werden und spart so die Anzeige der Softwarebuttons.

Da das etwas nach grundsätzlicher Kritik klingt: Das Huawei P20 Pro sieht insgesamt sehr schick aus, es ist aufregend und liegt gut in der Hand. Wir haben auch nach langer Nutzung keine großen Kratzer ins Glas bekommen, empfehlen aber trotzdem eine Schutzhülle.

Huawei P20 Pro im Test: (Bild 11)© Mopolis

Technische Daten
Das Huawei P20 Pro

  1. Prozessor:HiSilicon Kirin 970
  2. Arbeitsspeicher:6 GB LPDDR4
  3. Speicher-Kapazität:128 GB
  4. Display:6,1 Zoll OLED-Display (2240 x 1800 Pixel)
  5. Hauptkamera:40 MP (f/1.8) + 8 MP Tele (f/2.4) + 20 MP Monochrom Triple-Kamera
  6. Frontkamera:24 MP (f/2.0)
  7. Anschlüsse:USB-C 3.1 Gen 1 (OTG)
  1. Akku:4.000 mAh
  2. Wireless:WLAN-ac, Bluetooth 4.2 (AptX HD), NFC, A-GPS, 4G LTE Dual-SIM
  3. Betriebssystem:Google Android 8.1
  4. Größe (HxBxT in cm):15,5 x 7,39 x 0,78
  5. Gewicht:174 Gramm
  6. Besonderheiten:IP67 Zertifizierung (wasserdicht), Gesichtserkennung, Fast Charging
  7. Material & Farbe:Glas, Aluminium, Twilight

Premium-Hardware
Ein erstklassiges OLED-Display

Huawei P20 Pro im Test: (Bild 7)© Mopolis

Das 6,1-Zoll-OLED-Display des Huawei P20 Pro löst zwar nur in 1080p (2240 x 1080 Pixel) auf, es ist allerdings trotzdem scharf, hell und kontrastreich. Es bietet einen “natural tone mode”, genug Helligkeit für gute Lesbarkeit im Freien und kann im Menüpunkt “Sicherheit & Datenschutz” als Always-On-Display konfiguriert werden.

Die Sprachqualität bei Telefonaten gehört zu den Stärken des P20 Pro, die Stereolautsprecher sind eher durchschnittlich. Auf einen Klinkeanschluss verzichtet Huawei, dafür kann der Bluetooth-Chip auch AptX-HD. Der USB-C-Port lädt nich tnur schnell, er bietet mit USB 3.1 auch schnellen Transfer.

Kirin-Chip ok, UFS 2.1-Speicher top

Bei der Performance holt das Huawei P20 Pro das meiste durch seinen sehr schnellen Speicher heraus. Der 128 GB große UFS-2.1-Flash liest mit fast 800 MB/s. Der hauseigene Kirin 970 Prozessor muss sich Qualcomms Snapdragon 845, Apples A11 und Samsungs Exynos 9810 in den meisten Bereichen geschlagen geben.

Für den Prozessor-Nachfolger Kirin 980, der auf der IFA 2018 vorgestellt wurde, darf jedoch eine starke Performance-Steigerung speziell im Bereich von Videoprocessing erwartet werden. Im Mate 20 Pro, dessen Testbericht wir vorbereiten, offenbart er eine blitzschnelle Performance.

Huawei P20 Pro im Test: (Bild 3)© Mopolis

Super Akku-Ausdauer mit 4.000mAh

Die Batterie im P20 Pro gehört zu den ausdauerndsten. Auch bei hoher Belastung mit Streaming, Games und Navigation solltest du locker und sorgenfrei über einen Tag kommen. In etwas unter 2 Stunden ist der Akku vollständig wieder aufgeladen und uns reichte es oft, das P20 Pro morgens kurz anzuhängen.

Auch mit 4.000 mAh Kapazität lässt sich die Laufzeit nicht direkt von diesem Wert ableiten. Das P20 Pro hält zwar länger als das iPhone Xs mit weniger als 2.700 mAh, im Alltag sind das aber nur zwischen 10 und 20 Prozent mehr Laufzeit. Das Samsung Galaxy Note 9 schlägt das P20 Pro sehr deutlich in Sachen Ausdauer, bei gleicher Auflösung sind es mehrere Stunden. Grund dafür ist der nicht ganz so effiziente Kirin-Chip im P20 Pro.

EMUI 9 Oberfläche für Android
Dark Theme und Gestensteuerung

Das Huawei P20 Pro hat ein halbes Jahr nach Erscheinen Google Android 9 Pie bekommen und mit der hauseigenen EMUI-9.0-Oberfläche etwas aufgeräumt. Das Google Betriebssystem bringt vereinfachte Settings, Gestenkontrolle und auch ein cleanerer Look ist das Ergebnis des Updates. Hervorheben wollen wir den Dark-Modus, die dunklere Darstellung verhilft dem P20 Pro mit seinem OLED-Display zu einer längeren Akkulaufzeit.

Huawei P20 Pro im Test: (Bild 6)© Mopolis

Unser Fazit zum Huawei P20 Pro
Günstiger, jetzt da das Mate 20 Pro auftrumpft

Mit seiner superscharfen und schnellen Kamera, einem der ausdauerndsten Akkus und der aufregenden Farboption Twilight liefert das Huawei P20 Pro genug Argumente im Kampf der Top-Smartphones. Untermauert wird der Auftritt von einem starken OLED-Display, hoher Performance und einem wasserdichten Case. Das P20 Pro ist jedoch kein Gewinner auf ganzer Linie.

Den flotten Fingerabdruckscanner hätten wir gern auf der Rückseite gesehen, 4K-Videos sind verwackelt und die KI übertreibt es mit den Eingriffen in unsere Fotos. Aufgrund der fantastischen Fotos bei schlechtem Licht können wir darüber aber hinwegsehen. Das P20 Pro bekommt eine klare Kaufempfehlung für das ambitionierte Gesamtpaket. Wer in noch eine Schippe und deutlich mehr Budget drauflegen will, wird mit dem Mate 20 Pro wunschlos glücklich.

Das Mopolis-Prinzip

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