Zolo Liberty Plus:
Kleine Stecker mit großem Sound im Test

von Robert Kern
aktualisiert vor 6 Tagen

Die Zolo Liberty+ sind günstige Truly-Wireless-In-Ears ohne Fitness-Funktionen, die für uns trotzdem zu den besten Sport-Kopfhörern zählen. Sie sind klanglich stark, mit moderner Bluetooth-5-Verbindung und fantastischer Akku-Kapazität im Ladecase. Und kosten dabei nicht die Welt.

Bewegungsfreiheit
Bisher war komplett kabellos immer problembehaftet

Truly Wireless Sportkopfhörer wie die Zolo Liberty+ versprechen dem Sportler komplette Freiheit: Keine Kabel mehr, nur noch die Ohrstöpsel. Das Versprechen existiert seit drei Jahren, brauchte aber mehrere Produkt-Generationen, um zu reifen und erfüllt werden zu können.

  1. Truly Wireless - Bewegungsfreiheit
  2. Das ausdauernde Ladecase
  3. Technische Daten
  4. Starker Sound dank Graphen
  5. Die ersten In-Ears mit Bluetooth 5
  6. Handling ohne Schnick Schnack
  7. Fazit: Simpel & Zuverlässig
  8. Preisvergleich
  9. Das sagen die Kollegen
  10. News & Updates

Auch heute kämpfen sehr viele dieser Bluetooth-Kopfhörer mit Verbindungs- oder Akku-Problemen, weshalb Zolo als Tochterfirma des Lade-Spezialisten Anker eine Kickstarter-Kampagne startete, an deren 2,8-Millionen-Dollar-Ende nun die Liberty+ in unseren Händen liegen.

Mit einem Preisschild von 130 Euro positioniert Zolo die Liberty+ deutlich unterhalb der Konkurrenz von Sony, Bragi, Samsung und Jabra. Zolo bietet weder Fitness-Tracking für Distanz oder Kalorien, noch bestückbaren Flashspeicher für Runs nur mit den Ohrhörern und kommt ohne Sprachassistentin Alexa. Nicht ganz so „kompromisslos“, wie es in der Kampagne hieß. Dafür sollen Graphen-Treiber für guten Sound sorgen, GripFit-Technologie mit weichem Silikon verleiht einen sicheren und komfortablen Sitz und Bluetooth 5 sagt Verbindungsabbrüchen den Kampf an.

Youtube-Video: Kleine Stecker mit großem Sound im Test

Warum truly wireless?
48h Akkupower im schicken Lade-Etui

Die nach IPX5 wasserresistenten Zolo Liberty+ sprechen nicht nur Sportler an, sondern mobile Hörer im weitesten Sinne. Du kannst sie auch prima auf dem Arbeitsweg oder in der sonstigen Freizeit einsetzen. Das Metall-Etui zählt mit 127 Gramm zwar zu den größeren und schwereren seiner Art, du kannst es aber immer noch bequem in der Jackentasche und erst recht im Rucksack mitnehmen. Das Case hat nicht das Hosentaschenformat der Apple Airpods, dafür lässt dich der portable Akku nicht so schnell im Stich.

Anker Zolo Liberty+© Mopolis
Die Liberty+ von Zolo sind die ersten Truly Wireless Sport-Kopfhörer, die unsere hohen Anforderungen im Test wirklich erfüllen konnten.

Fürs Joggen nimmst du die Liberty+ Ohrstecker einfach aus dem Etui, bist in 3 Sekunden ohne Zutun mit deinem Smartphone gekoppelt und drückst auf Play im Spotify, Deezer oder Tidal. Voll geladen hast du bei 80 Prozent Lautstärke (mehr würden wir nicht auf die Ohren geben) nun 4,5 Stunden Zeit für dein Workout. Wir sind nach 30 Minuten schon durch, ein Arbeitsweg dauert selten mehr als eine Stunde und in der Freizeit hören wir nie so lange mit In-Ear-Kopfhörern.

Unzertrennlich mit dem Case

Der Punkt ist: 4,5 Stunden klingt nach wenig, aber im Schnitt packt man truly wireless earbuds nach spätestens einer Stunde mit 70 oder 80 Prozent Akkustand wieder in ihr Case, wo sie geladen werden. Der Akku steht der täglichen Nutzung, wo doch Kopfhörer-Anschlüsse mehr und mehr aussterben, nicht im Weg. Wenn du zu den Menschen gehörst, deren Ohren durch dauerhafte Versiegelung ermüden, dann wirst du es mit den Zolo Liberty+ vergleichsweise lange aushalten.

Anker Zolo Liberty+ Ladecase© Mopolis
Anker Zolo Liberty+ Zubehör© Mopolis
Anker Zolo Liberty+ Ladetechnik© Mopolis

Komplett geleerte Zolos sind in 90 Minuten wieder voll, das Case braucht 3,5 Stunden zum Aufladen. Bis die letzte der drei Akku-LEDs signalisiert, dass das nötig wird, kannst du die Liberty+ Kopfhörer jedoch 10 mal vollständig leerhören. Bei uns hielten die Liberty+ deultich länger durch als die 3,5 Stunden, die Anker angibt.

Wenn du die Liberty+ ins Case legst, sorgt ein Magnet dafür, dass sie zielsicher landen und über die Pins geladen werden. Warum das Etui selber über MicroUSB geladen wird anstelle von USB-C, gerade angesichts Ankers restlichem Portfolio, ist im Jahr 2018 einfach unverständlich. Kleine Entschädigungen: Das Batterie-Case muss nur kurz geschüttelt werden und zeigt über die drei LEDs den Ladestand an und das knallig gelbe Ladekabel ist mit Textil ummantelt.

Anker Zolo Liberty+ Lade-LED© Mopolis
Wird das metallene Lade-Etui geschüttelt, zeigt es mit dauerhaft leuchtenden und blinkenden LEDs den Akkustand.

Technische Daten

  1. Bauform:In-Ear, Truly Wireless
  2. Anschlüsse:Bluetooth 5.0, AAC, SBC
  3. Treiber:2x 6 Millimeter Graphen
  4. Frequenzbereich:20Hz - 20kHz
  5. Mikrofon:integriert, Noise-Reduction
  1. Akkulaufzeit:4,5 Stunden, 48 Stunden mit Ladecase
  2. Gewicht:277 Gramm inkl. Case
  3. Besonderheiten:IPX5 wasserfest, Sprachassistent Siri oder Google Assistant, Transparency
  4. Service:1 Jahr, 30 Tage Geld zurück Garantie

Klasse Sound und Komfort
Die 6mm-Graphen-Treiber liefern satten Bass

Für den Klang eines In-Ear-Kopfhörers sind der optimale Sitz und die Passform entscheidend. Die Zolo Liberty+ kommen mit drei verschiedenen, sehr bequemen Silikon-Eartips und vier verschiedenen Überzügen samt angehängter Wings. Sie passten jedoch für uns perfekt out of the box. Reindrücken, nach vorn drehen und schon gab es festen Halt samt Isolierung von Außengeräuschen. Auch längere Sessions von einer Stunde und mehr wurden nicht unbequem. Nur für die Akkutests haben wir die Ohrstecker dann aber doch herausgenommen.

Anker Zolo Liberty+ Graphen-Treiber© Mopolis
Beim Sound spielen die Zolo Liberty+ ihre Stärke dank 6mm-Graphen-Treiber voll aus.

Bei entsprechend optimalem Sitz überraschen die Zolo Liberty+ mit wuchtigem, übertriebenem Bass. Sie bemühen sich auch im EQ-Setting „balanced“ in der Zolo-Life-App nicht um eine neutrale Darstellung. Immer zeigen die Liberty+, was sie untenrum so drauf haben, wer die volle Power probieren möchte oder einfach auf unvernünftigen Sound steht, kann das Setting „EDM“ wählen.

Samsungs Gear IconX 2018 müssen sich klar geschlagen geben, auch in Sachen Klarheit. Die Jaybird Run, die primär wegen Verbindungsabbrüchen keine Empfehlung bekommen, klingen ebenfalls nicht so dynamisch.

Wer eine Alternative für das iPhone sucht: In unseren Ohren arbeiten die Zolo Liberty+ auch deutlich differenzierter und kraftvoller als Apples Airpods, letztere würden wir aber sowieso nicht mit zum Joggen nehmen. Anrufer bekommt man bei Zolo leider nur auf den rechten Ohrhörer, die Soundqualität für Gesprächspartner ist in Ordnung und man wird gut verstanden.

Bluetooth 5.0
Das Alleinstellungsmerkmal einer stabilen Verbindung

Wir haben sehr viele kabellose Kopfhörer ausprobiert und immer wieder tauchte ein Problem auf: Die Verbindung zum Smartphone wird unterbrochen oder bei truly wireless verliert ein Ohrstecker die Connection. Auch mit den Zolo Liberty+ sind wir davon nicht verschont geblieben, sie machen aber mit diversen aktuellen Smartphones, wie dem Google Pixel 2 XL, dem Samsung Galaxy Note 8 oder dem Apple iPhone X, einen deutlich stabileren Eindruck.

Anker Zolo Liberty+ OVP© Mopolis
Klein, nicht zu schwer und komfortabel - dank weichem Silikon treten kaum Ermüdungserscheinung der Ohren auf.

Apples W1-Bluetooth-Chip ist bekannt für seine Zuverlässigkeit und die einfache Handhabung. Die Liberty+ verbinden sich dank Bluetooth 5 mit dem Pixel 2 XL oder dem Note 8 ebenso locker wie die Airpods mit dem iPhone. Einmal verbunden, spielt die Musik auch durch zwei, drei Wände und weiter als 10 Meter. Beim Joggen darf das Smartphone gern in die Jackentaschen. Bei Kopfhörern mit früheren Bluetooth-Versionen musste das Telefon als Quelle für eine sichere Verbindung oftmals in der Armbinde bleiben. Manchmal knackste es trotzdem mitten im Song, wenn man sich mal eben für ein paar Liegestütze in die Horizontale schmiss. Und das bei Produkten für mehrere hundert Euro. Inwieweit die per Laser gravierten Antennen helfen (LDS-Verfahren), können wir nicht sagen, aber die Verbindung funktioniert stabil und zuverlässig.

Anker Zolo Liberty+ Sport© Mopolis
Die Liberty+ haben keinen internen Speicher, für Musik braucht es also immer ein Smartphone als Zuspieler.

Bluetooth 5.0 bringt nicht nur mehr Datenrate und Reichweite, die Störanfälligkeit gegenüber Interferenzen mit LTE und WLAN ist deutlich gesenkt. Wir würden soweit gehen, dass Bluetooth 5 (oder aber ein zuverlässiger Chip wie Apples W1 der in Sachen Pairing und Stabilität nah dran ist) die Voraussetzung für die Alltagstauglichkeit von truly wireless ist.

In unseren Augen können Pulsmesser, Schrittzähler und Distanztracking (das oftmals ungenau arbeitet) und selbst die Unterstützung von Codecs wie AptX nicht über Aussetzer hinwegtrösten.

Handling ohne Schnick Schnack
Einfach auf den Sport konzentrieren

Die Handhabung der Zolo Liberty+ ist sehr einfach. Pairing und einstöpseln sind unkompliziert, die Mediensteuerung über physische Tasten ist Geschmacksache. Rechts oder links kurz auf den Ohrstecker drücken unterbricht oder startet die Wiedergabe. Das könnte, weil es Druck erfordert, für den einen oder anderen unangenehm im Ohr sein.

Etwas längerer Druck rechts springt zum nächsten Titel, links zum Titelanfang und erst beim zweiten Mal zum Song davor. Doppelt drücken führt zum Sprachassistenten, Google in unserem Fall, und ein long press aktiviert das Transparency-Feature.

Anker Zolo Liberty+ Akku-Case© Mopolis
Zwei Magneten halten die Stecker im Case. In der Smartphone-App gibt es auch eine Funktion, die bei zu großer Distanz zu den Steckern vor einem Verlust warnt.

Damit lassen sich Umgebungsgeräusche durchschleifen, die Qualität ist nur durchschnittlich, aber falls man jemanden erwartet, beim Sport noch etwas mitbekommen oder im Büro ansprechbar bleiben will, ist die Funktion nützlich. Ansonsten schirmen die Zolo Liberty+ sehr effektiv von der Außenwelt ab. Beim Joggen können Schrittgeräusche verstärkt auftreten, wir hatten es nur an, wenn es sein musste.

Da auch die Touchbedienung bei so manchen Alternativen nicht reibungslos funktioniert und oft Fehleingaben produziert, ist die Lösung der Liberty+ mit taktilem Feedback nicht die schlechteste. Nach einer Zeit gewöhnst du dich an die Dauer für Track Forward und das Intervall für den vorherigen. Wenn du mehrere Songs überspringen willst, wird es schnell anstrengend für die Ohren, am besten du hast deine Playlist vorab geklärt.

Fazit: Simpel und Zuverlässig
Ein Newcomer setzt die Maßstäbe

Anker hat bei den Zolo Liberty+ an den richtigen Stellen gespart und zeigt bei den wichtigen Aspekten eine einwandfreie Vorstellung. Die schlichten und gar nicht mal so kleinen Earbuds sind mit weichen Silikon-Tips und Ummantelung auch auf Dauer komfortabel und bieten eine effektive Abschirmung. Dank der Größe bringen sie kraftvolle 6mm-Treiber aus leichtem Graphen und ausdauernde Akkus unter. Sie sind schlicht im Design, robust und vor Wasser und Schweiß geschützt.

Anker Zolo Liberty+ Case© Mopolis
Im Vergleich zu anderen Sport-Kopfhörern integrieren die Liberty+ keine Fitness-Tracker. Mit Klang, Komfort und Ausdauer verdient sich Zolo die Empfehlung.

Neben dem satten Klang sind die drei größten Argumente das einfache Pairing, die zuverlässige Verbindung und die sorgenfreie Akkukapazität im hochwertigen Lade-Case. Stünde auf dem Metall-Etui nicht die Marke Zolo,könnte es auch von Bang & Olufsen stammen. Geladen wird es per microUSB, immer noch. Dafür wird das für Vielhörer nur einmal in der Woche, für moderate Nutzer sogar nur einmal im Monat notwendig.

Die Angebote
zum Zolo Liberty+

Das sagen die Kollegen

Nicht alle Tester sind von den Zolo Liberty+ überzeugt, es gibt auch kritischere Stimmen. Sehr wahrscheinlich waren erste Chargen nach der Kickstarter-Kampagne noch fehlerbehaftet, was die Verbindung angeht. Michael Knott von Netzwelt ist aber auch mit dem Sitz und dem Sound unzufrieden. Beides hängt in diesem Fall eng zusammen und dank 30 Tagen Geld-Zurück-Garantie sollte sich jeder sein eigenes Bild machen können.

Jan Johannsen von Curved kritisiert die Telefonfunktion als ungeeignet und stört sich auch an der fehlenden Lautstärkeregelung an den Steckern. Ansonsten attestiert er guten Sound und lange Akkulaufzeit.

Auch Androidpolice weist auf die Abhängigkeit des Sounds von der Passform hin, kann im Gegensatz zu uns jedoch keinen Unterschied zu Jaybird Run und Samsung Gear Icon X 2018 hören. Gerade zu letzteren konnten wir einen großen Unterschied heraushören im Direktvergleich. Samsung Galaxy Note 8 ist hier mit seinem gleichzeitigem Playback dank Dual Audio sehr hilfreich.

Keine Bedenken zeigte der Test von Michael Meier bei Techstage. Der Wechsel der Jackets und Eartips wird als fummelig empfunden, bei uns dauerte das nur ein paar Sekunden. Zumal die mittlere Größe bei mehreren Probanden auf Anhieb genau passte. Für den hochwertigen Auftritt, die unschlagbare Akkuleistung und tollen Klang attestiert techstage ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Neuigkeiten und Updates

08.02.2017: Lieferschwierigkeiten
Zolo hat wahrscheinlich nicht mit einem solchen Ansturm gerechnet, auf Kickstarter und im Anker-Forum gibt es zahlreiche Beschwerden über verzögerte Auslieferungen der Liberty+. Derzeit sind die Kopfhörer schwer verfügbar und bei Amazon komplett ausverkauft. Mitte Februar rechnet Zolo mit der erneuten Verfügbarkeit.

Die Alternativen
Zu dem Zolo Liberty Plus

Jaybird X3

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ab 92,00 € *
  1. Individualisierbare Ohrhörer
  2. Soundprofil in der Firmware gespeichert
  3. Lange Akkulaufzeit
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inkl. Versand, stand 18.02.2018 07:53
Beats Powerbeats3 Wireless

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ab 99,00 € *
  1. Guter Sound mit klaren Höhen und satten Bässen
  2. Stabile Verbindung ohne Abbrüche (Apple W1)
  3. 12 Stunden Akkulaufzeit und Quick Charge
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ab 99,00 €Ebay
inkl. Versand, stand 18.02.2018 07:53

Das Mopolis-Prinzip

  1. Produkte die wir lieben
    Nicht allein der Preis ist entscheident. Ebenso Nutzen, Qualität, Zuverlässigkeit und einiges mehr, können für Dich wichtig sein.
  2. Transparente Empfehlungen
    Wir legen alle Quellen offen. So kannst Du den Spuren unserer Erkenntnisse bis hin zur Empfehlung klar folgen.
  3. Preise vergleichen und sparen
    Wir vergleichen für Dich die Preise aus 35 Onlineshops. Für getätigte Käufe oder Klicks erhalten wir eine Provision.
  4. Über 15 Jahre Erfahrung
    Das gründliche und ausführliche Beraten, konnten wir schon seit 2003 mit Notebookinfo.de und unseren erfahrenen Redakteuren üben.