HTC Vive
4 mal 4 Meter pures VR-Vergüngen

von Mika Baumeister
aktualisiert vor 4 Wochen

Die HTC Vive ist die einzige VR-Brille, die in einem ganzen Raum genutzt werden kann. Und das mit Bravour: Kein Wunder, dass die Vive die am meisten verkaufte Virtual Reality-Brille ist und schon hunderttausende Exemplare über die Ladentheke gingen. Mit unzähligen verfügbaren VR-Titeln auf der Spieleplattform Steam ist das Gesamtpaket sehr ansprechend.

Es macht einen riesigen Unterschied aus, ob man sich in Virtual Reality nicht vom Fleck rührt oder sich im Raum bewegen kann. Letztere Möglichkeit bietet eine viel höhere Immersion - und wenn dann noch die Hände im virtuellen Raum verfolgt werden, ist die Verschmelzung von digitalen Inhalten mit echter Interaktion vollendet. Die HTC Vive macht genau das und überzeugt beim sogenannten Roomscale-Tracking auf voller Linie.

Die Königsklasse der virtuellen Realität
Beste Hardware, beste Software

Als völliger Underdog gestartet, hat sich die HTC Vive in den letzten Monaten zum Sternchen der VR-Brillen gemausert. Direkt von Start an bot die Vive zwei Handcontroller und leistungsstarke Sensoren mit dem Namen Lighthouse, die die genaue Position des Kopfes und der Hände bestimmen konnten. HTC und Valve (die Firma hinter Steam) investierten viele Ressourcen in die HTC Vive, um die Vorherrschaft des VR-Marktes an sich zu reißen.

Die Virtual Reality-Brille selbst punktet mit zwei OLED-Displays, die jeweils eine Auflösung von 1080x1200 Pixeln bieten. Das Sichtfeld der HTC Vive liegt gefühlt etwas über dem der Oculus Rift. Das lange Kabel ermöglicht die Nutzung eines großen Spielbereiches. Bewegungen werden direkt in die virtuelle Realität übertragen, Ruckler gibt es - zumindest bei einem ausreichend starken PC - nicht.

Zwar ist die Brille nicht so schön anzusehen wie die Konkurrenz. Bei HTC galt jedoch: Design follows Usability. Und ganz ehrlich: Solange das Endergebnis, also die VR-Erfahrung, stimmt, ist doch alles okay? Das etwas höhere Gewicht in der Front kann bei Spielen mit viel Bewegung als störend empfunden werden. Neuere Vive-Brillen wurden etwas abgespeckt und sind nicht mehr so schwer.
Das Kabel ist mit 5 Metern angenehm lang. Steht der Rechner allerdings auf der einen Seite des Raumes, du aber auf der anderen, ist selbst diese Länge nicht ausreichend. Deswegen ist es sinnvoll, die mitgelieferte Breakout-Box recht mittig im Raum zu montieren. Es gibt Lösungen, die Kabel von der Decke hängen zu lassen. Das ist insofern sinnvoll, als dass du nicht mehr über die Kabel stolpern kannst. Andererseits geht hier wieder wertvolle Kabellänge verloren.

Technische Daten

  1. Auflösung (pro Auge):1080 x 1200 Pixel
  2. Display-Art:OLED
  3. Bilder pro Sekunde:90
  4. Sichtfeld:100 Grad
  5. Tracking-Bereich:4x4 Meter
  1. Gewicht:555 Gramm
  2. Sensoren:Gyroskop, Beschleunigungssensor, Magnetometer, 2 Laser-Emitter
  3. Lieferumfang:HTC Vive, 2 Lighthouse-Sensoren, 2 Handcontroller, Kopfhörer, Link-Box, USB-Ladegerät, Micro-USB-Kabel
  4. Mindestanforderungen Hardware:Nvidia GTX 960 oder besser, Intel Core i3-6100 oder besser, 8 GByte RAM oder mehr, 2x USB 3.0, HDMI 1.3 oder neuer, Windows 7 oder neuer
  5. Empfohlene Hardware:Nvidia GTX 1070, Intel Core i7-6700K, 16 GByte RAM, 2x USB 3.0, HDMI 1.4, Windows 10

Riesige Spiele-Liste
500 Titel, Tendenz steigend

Wenn du privat ab und zu zockst, wird dir Steam mit Sicherheit ein Begriff sein. Diese Spieleplattform hat tausende Spiele im eigenen Store. Rund 600 von ihnen bieten Virtual Reality-Unterstützung und können auf der Vive gespielt werden. Zu einigen der besten Spiele zählen Job Simulator, bei welchem du verschiedene Arbeitsplätze verunstalten kannst. Als Horror-Fan solltest du Brookhaven Experiment oder Resident Evil 7 ausprobieren - aber Vorsicht: VR-Horror ist deutlich härter zu ertragen als 2D-Spiele oder Filme. Dann doch lieber Zombies? Arizona Sunshine hilft aus. Doch lieber mit Freunden spielen? Keep Talking and Nobody Explodes bindet Freunde mit ein, die etwa Codes dechiffrieren müssen, um eine Bombe in Virtual Reality zu entschärfen.

Aber auch für Nicht-Spieler ist die Auswahl enorm. In Google Street View VR kannst du dich über den gesamten Planeten bewegen - und auch durch Straßen laufen, als wärst du wirklich vor Ort. Mit edmersiv kannst du das Colosseum in Rom inspizieren, chemische Experimente durchführen oder kleine Physik-Spielereien erleben. The Body VR bietet eine Exkursion in den menschlichen Körper, um biochemische Prozesse zu verstehen.

Die besten VR-Games für die HTC Vive

  • Brookhaven Experiment
  • Superhot VR
  • Virtual Desktop
  • Raw Data
  • Arizona Sunshine
  • Pawlov VR

Roomscale macht Spaß
Zocken wird zum Sport

Die kleinen Abstriche gegenüber der Oculus Rift sind völlig verzeihbar. Das wirklich gute Tracking aller Komponenten im Raum klappt von der Zuverlässigkeit her besser als bei der Rift. Zusätzlich bist du nicht zwingend auf eine zusätzliche Software angewiesen: So etwas wie "Oculus Home" gibt es nicht. Du kommst direkt in das Hauptmenü von Steam, in dem du alle Spiele auswählen kannst.

Die HTC Vive kostet derzeit rund 900 Euro und ist damit deutlich teurer als die Oculus Rift, die derzeit ab 450 Euro zu haben ist. Damit stellt sich die Frage, ob sich der Aufpreis lohnt. Weil letzten Endes du als Nutzer mit deinem Nutzungsszenario entscheiden musst, können wir hier keine klare Aussage treffen. Willst du aber actiongeladene Spiele zocken, die hauptsächlich stehende Interaktionen benötigen, ist die Vive definitiv das Richtige. Wenn du es ruhig angehen lassen willst, könntest du viel Geld sparen und lieber zur Rift greifen. Ansonsten sind beide Brillen so ähnlich, dass wir nur sagen können: Egal welche Wahl du triffst, du wirst keine falsche treffen.

Die Alternativen
Der Vergleich mit der Konkurrenz

Oculus: Auf dem Desktop-VR-Markt gibt es eigentlich nur einen wirklichen Konkurrenten, nämlich die Rift. Sie wurde lange Zeit vor der Vive angekündigt wurde, erschien aber letzten Endes doch erst später. Zwar ist die Oculus Rift bequemer zu tragen und sieht optisch besser aus. Jedoch hat die HTC Vive zwei große Vorteile: Zum einen ist das System offen gehalten. Das heißt, dass so ziemlich jedes VR-Spiel auf der HTC Vive gespielt werden kann. Die Oculus Rift ist nicht so offen, erlaubte anfangs nur Spiele im eigenen Store und öffnete sich später immerhin für den Spiele-Distributor und die Plattform Steam. Täglich neue Titel sorgen hier für ständig neuen Spielspaß.

Wir erwähnten es schon: Mit der sogenannten Lighthouse-Technologie konnte HTC die VR-Brille im ganzen Raum erfassen. Die Lasersensoren messen die Reflektionen der Brille und der beiden Controller alle 20 Millisekunden. Das Konzept arbeitet auf wenige Zentimeter genau. Gegenüber der Rift, die nur zwei Kameras zum Tracking einsetzt, wird mit den Lighthouse-Sensoren ein ganzer Raum gescannt. Befestigst du die beiden kleinen Kästen diagonal an der Decke deines Spielzimmers, kann die Position der Brille und Controller zu 99,9 Prozent der Zeit genau erfasst und im Spiel wiedergegeben werden.

Die verbauten Optiken der Vive sind nicht so hochwertig wie die der Rift. Das macht sich an speziellen Verzerrungen bemerkbar, die du während des Spielens zum Teil wahrnehmen kannst. Auch sind einzelne Pixel besser zu erkennen: Die Vive bietet ein größeres Sichtfeld, dadurch wird der sogenannte "Screen Door Effect" aber wahrnehmbarer.

Samsung: Mobile VR ist bei Weitem noch nicht auf dem gleichen Stand wie das leistungsstarke Desktop-VR, welches du mit der HTC Vive erleben kannst.Trotzdem: Die neuen Prozessoren der kompatiblen Smartphones, etwa dem Samsung Galaxy S8, sind so leistungsstark wie fünf Jahre alte Computer. Damit kann Samsung schon richtig gute VR-Erfahrungen mit der Gear VR auf die Netzhaut projizieren. Es fehlt bisher aber ein Raumtracking, mit dem deine Position in Spiele übertragen wird. Auch der eine Handcontroller kommt nicht an die beiden Bedienelemente der HTC Vive heran.

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  1. Super Design und guter Halt
  2. Sehr handliche Controller
  3. Große Spieleauswahl
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  1. Gute Abstimmung von Hard- und Software
  2. Seitliches Touchpad zur Bedienung
  3. Handcontroller
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Unsere Recherche und Quellen
Das sagen die Kollegen zur HTC VR-Brille

Selbstverständlich reicht unsere eigene Meinung aus, um fundierte Ratschläge geben zu können. Dennoch wollen wir dir die Möglichkeit geben, auch andere Fachmagazinen und Bloggern zu Wort kommen zu lassen. Immerhin sind subjektive Eindrücke von vielen verschiedenen Testern besser als nur einer. Zudem vereinfachen wir dir dadurch eine umfangreiche und langwierige Recherche im Netz.

PC Magazin: Revolution mit Suchtfaktor
Die Redaktion des PC Magazin scheint vollends überzeugt zu sein: Im Review lobt der Autor die VR-Brille. Die künstlich erzeugten Welten seien so immersiv, dass es schwer falle, sich aus ihnen zu lösen. Kritik hagelt es aber an den Gesamtanschaffungskosten. Zu den hunderten Euro für die HTC Vive selbst kommt meist ein mindestens so hoher Betrag dazu, der für einen Gaming-PC investiert werden muss. So bist du schnell bei 2000 Euro Gesamtkosten, solltest du keinen starken Rechner zuhause stehen haben.

Auch TechRadar ist vom Preis ein wenig geschockt, dennoch gibt es fünf von fünf möglichen Sterne für die HTC Vive.

Giga: Etwas fehlt noch
Kristin Knillmann findet die HTC Vive zwar auch klasse. Allerdings ist sie im Fazit recht skeptisch. Sie kritisiert etwa nicht ausreichend optimierte Spiele mit Rucklern, die das Gefühl des "Ich bin mittendrin" schnell zerstören. So ist die Vive zwar ein gutes Stück Hardware, aber auch hier ist der Preis ein K.O.-Kriterium. Die nächste Iteration müsste flüssiger laufen und günstiger werden, um die Autorin vollends überzeugen zu können.

Dieser High-End-Ansatz stört auch die amerikanische Seite Cnet. Dafür gibt es aber die beste VR-Erfahrung, die man für Geld kaufen kann. Die HTC Vive wird sogar mit einem privaten Holodeck verglichen. The Verge sieht es nicht ganz wie Cnet: Die Umsetzung ist nicht so perfekt, wie sie sein könnte. Vor allem das Aussehen und die schlechte Performance zum Launch sorgten für Minuspunkte. Der Gesamtpreis inklusive Computer ist ebenfalls eher suboptimal.

4players: Super erster Eindruck
"In meinen 16 Jahren als Spiele-Journalist wurde mein Büro noch nie so massiv von Kollegen belagert, die fast ausnahmslos mit einem verklärten Blick wieder heraus marschierten." So leitet der Autor seine Review zur HTC Vive ein. Und so fällt auch das Endergebnis aus: Die HTC Vive bekommt ein "Gut"-Siegel. Kritisiert wurden Startprobleme: Ruckelndes Tracking, Probleme bei einigen Spielen oder ähnliche Krankheiten, die bei Neugeborenen gerne auftreten. All diese Probleme sind bis heute behoben worden.

Die Gadget-Website T3 war genauso positiv geflasht wie die Testenden von 4players. Die HTC Vive ist "Brilliantly immersive", wenn auch der Mangel an richtig guten Spielen zum Launch bemängelt wurde. Mehr als zwei Jahre nach dem Launch ist die Spielevielfalt aber gegeben.

PC Games Hardware: Vive klarer VR-Sieger
Beim Review von PCGH ist man sich einig: Die Vive gewinnt haushoch über die Oculus Rift. Das liegt vor allem am Tracking im ganzen Raum. Doch auch hier gibt es klar Kritik an den verbauten Displays: Die Auflösung sei noch zu gering, kommende Generationen müssten die Pixeldichte noch mindestens verdoppeln. Erst dann seien Pixel nicht mehr sichtbar und Gaming störungsfrei machbar.

Ähnliches Feedback gibt Engadget. Durch die geringe Pixelanzahl kann man laut Engadget die VR-Brille nicht sehr lange auf dem Kopf behalten. Ganz so kritisch sehen die Gamer von IGN das nicht. Vielmehr sind sie vollständig überzeugt, dass Virtual Reality das Gaming komplett verändern wird.

Neuigkeiten und Updates
News rund um die HTC Vive

21. August: Vive 200 Euro günstiger
Die HTC Vive hat ab jetzt eine unverbindliche Preisempfehlung von 699 Euro. Damit ist die Brille wieder konkurrenzfähiger, nachdem auch Oculus seine Rift VR-Brille günstiger anbot. Vorher lag die UVP bei 899 Euro.

30. Juni: Neue Controller tracken fünf Finger
Die sogenannten SteamVR Knuckles sind Prototypen für die nächste Generation der HTC Vive. Die Handcontroller können im Gegensatz zu den jetzigen Controllern jeden Finger einzeln erfassen, wodurch völlig neue Gesten möglich sind. Die Touch-Controller der Oculus Rift konnten schon einige Gesten - etwa Daumen hoch - erfassen, alle fünf Finger erfasst aber bisher kein Controller.

30. Mai: Vive mit Eyetracking für Entwickler
Mit einem Tracking der Augenbewegungen könnten in Zukunft die Leistungsanforderungen an PCs heruntergeschraubt werden: Nur ein kleiner Teil des Displays wird vom Auge klar erkannt. Wenn also nur dieser Bereich scharf gerendert wer Rest aber unscharf bleiben kann, könnte einiges an Rechenleistung eingespart werden.

13. April: VR-Brille wird leichter
Rund 15 Prozent wiegt die Vive inzwischen weniger als am Launch. Das hat man weniger Innenleben und besserem Plastik zu verdanken.Auch das Kabel zwischen Computer und Brille wurde überarbeitet: Aus drei zusammengeklebten Kabeln wurde ein einziges, elastisches.

11. Februar: HTC freut sich über hohe Verkaufszahlen
Valve gab bekannt, dass die Verkaufszahlen der HTC Vive überzeugen. Mehr Brillen als geplant wurden verkauft. Allerdings sollen die Pläne recht konservativ gewesen sein. Kein Wunder also, dass Valve sich freut.

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