Oculus Rift:
Die erste richtige VR-Brille

von Mika Baumeister
aktualisiert am 22.September.2017

Die Oculus Rift ist nicht nur optisch ein richtiges Schmankerl: Die Stoffoberfläche an der Seite dieser Virtual Reality-Brille macht richtig was her. Und auch die technischen Spezifikationen der Rift stimmen. Hochauflösende Displays mit niedriger Latenz, scharfe Linsen und eine gute Verarbeitung machen die Oculus Rift zu einer vorzüglichen VR-Brille.

Premium-Hardware für Premium-Unterhaltung
Looks like a Champ

Die Oculus Rift lässt allein schon an der mitgelieferten Verpackung erahnen, welchen Anspruch die Produzenten dieses Stücks Hardware an die Virtual Reality-Brille hatten: Höchste Qualität für alle Komponenten mit einem ästhetischen Aussehen aller Einzelteile. Der Karton, der gleichzeitig auch als Transportkoffer "missbraucht" werden kann, ist sehr stabil gebaut und verstaut die Oculus Rift, einen Sensor und den standardmäßig mitgelieferten Xbox-Controller.

Solltest du dich für ein Bundle mit den Hand-Controllern entscheiden, gibt es in einem zweiten - ebenfalls hochwertigen - Karton noch zwei sogenannte "Oculus Touch"-Controller und einen zweiten Infrarot-Sensor, der die Peripherie im Raum erfassen kann. Insgesamt macht die Oculus Rift einen hochwertigen Eindruck, die eingebauten Kopfhörer liefern einen guten Sound und das Tracking der Brille selbst funktioniert einwandfrei. Das Know-How von Oculus kommt allerdings nicht von ungefähr.

Was lange währt, wird endlich gut?
Lange Entwicklungszeit ist (k)ein Garant

Mit der Oculus Rift startete 2013 der Hype um Virtual Reality: Der damals 21-jährige Palmer Luckey beschäftigte sich schon seit einiger Zeit mit Virtual Reality und entschied sich, seine Vision einer VR-Brille zu produzieren. Dafür suchte er sich Unterstützer - und fand sie auf Kickstarter. 2,5 Millionen Dollar wurden von fast 10.000 sogenannten "Backern" investiert, um eine erste Version der Rift zu erhalten. 640 mal 800 Pixel für jedes Auge sollten die ersten virtuellen Welten darstellen. Das klappte anfangs noch eher schlecht als recht. Die Entwicklerversion Numero zwei bot eine höhere Auflösung und ermöglichte mit einer Kamera erstmals das Tracking der VR-Brille im dreidimensionalen Raum.

Die Oculus Rift, wie wir sie kennen, erschien Anfang 2016. Zwar war die Freude des Verkaufsstarts wegen verschobener Launches und negative Nachrichten rund um die Firma ein wenig gedämpft. Durch die gute Hardware, bessere Optiken und die später zusätzlich vorgestellten Controller für die Hände konnte Oculus seine Stellung halten und Boden gegenüber der Konkurrenz wieder gut machen - nicht zuletzt wegen einem großen Forschungsfortschritt und der Pioniersarbeit, die Oculus leisten musste.

Technische Daten

  1. Auflösung (pro Auge):1080 x 1200 Pixel
  2. Display-Art:OLED
  3. Bilder pro Sekunde:90
  4. Sichtfeld:100 Grad
  5. Tracking-Bereich:3x3 Meter
  1. Gewicht:470 Gramm
  2. Sensoren:Gyroskop, Beschleunigungssensor, Magnetometer, 2 Infrarot-Kameras
  3. Lieferumfang:Oculus Rift, 2x Infrarot-Kameras, 2x Handcontroller, Xbox-Controller (je nach Bundle)
  4. Mindestanforderungen Hardware:Nvidia GTX 960 oder besser, Intel Core i3-6100 oder besser, 8 GByte RAM oder mehr, 2x USB 3.0, HDMI 1.3 oder neuer, Windows 7 oder neuer
  5. Empfohlene Hardware:Nvidia GTX 1070, Intel Core i7-6700K, 16 GByte RAM, 2x USB 3.0, HDMI 1.4, Windows 10

Content is King
Oculus Home: Der Games-Supermarkt

Die Oculus Rift ist hauptsächlich dafür da, dich zu unterhalten. Das merkt man schon beim ersten Start in das Hauptmenü der Virtual Reality-Brille: Eine Art Wohnzimmer mit plätscherndem Brunnen und knisterndem Feuer begrüßt dich als Spieler.Hier hast du die Qual der Wahl zwischen dutzenden verschiedenen Spielen, die zum Teil Oculus-exklusiv sind. Virtual Reality ist dabei bei weitem nicht auf Shooter beschränkt, wie man vielleicht auf den ersten Blick auf die Controller denken könnte: Die unzähligen Entwickler sorgen für stetigen Nachschub von Rennspielen, Flugsimulatoren, Tower Defense-Titeln, in VR erzählten Geschichten und vielem mehr.

Die besten Spiele für die Oculus Rift

  • Superhot VR
  • Project Cars
  • Minecraft
  • Dead and Buried

Neben richtigen Spielen gibt es aber auch sogenannte "Experiences": Hier bist du lediglich ein Zuschauer, der animierten Charakteren zuschaut und nur minimal mit ihnen interagierst.

Auch solche im ersten Moment eher langweilig anhörende interaktive Filme sind oftmals sehr gut: Zum einen wird in die junge VR-Technologie viel Liebe ins Detail investiert. Zum anderen gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken und erstmals ist Kreativen die Möglichkeit gegeben, alle drei Dimensionen völlig frei und mit 3D-Effekt zu nutzen. Oculus-exklusive Kurzfilme wie "Henry" zeigen gut, wie emotional ein Film in Virtual Reality werden kann.

Und wenn du es dann doch mal eher ernst magst: Die BBC und auch Sky bieten 360°-Dokumentationen für die Oculus Rift an. Diese Videos wurden mit großen Mitteln produziert und zeigen unter anderem eindrucksvoll, wie die Stadt Aleppo in Syrien nach hunderten Raketen- und Bombenangriffen aussieht.

Die besten Experiences für die Oculus Rift

  • Lost
  • The Rose and I
  • Henry
  • Jaunt VR
  • Google Earth VR

Mit Touch-Controllern die beste VR-Brille
Ergonomie ist sehr wichtig

Um ganz ehrlich zu sein: Es lohnt sich für dich nicht, die Oculus Rift ohne die Oculus Touch-Controller zu kaufen. Die VR-Brille ist mit dem mitgelieferten Xbox-Controller recht eingeschränkt, vielmehr als kleine Minispiele oder das eine oder andere Autorennen ist nicht möglich. Erst mit den an die Hand anschmiegenden Controllern ist die Virtual Reality-Erfahrung komplett und du kannst viel mehr erleben. Je mehr du mit der programmierten Umwelt interagierst, desto natürlicher kommt dir die Umgebung vor.

Ein kleines Manko gibt es jedoch: Man kann sich mit der Oculus Rift nicht im ganzen Raum frei bewegen. Das liegt daran, dass die beiden Kameras einen nicht so großen Bereich erfassen können wie die "Lighthouse"-Sensoren der Vive. Du musst beim Spielen also darauf achten, immer in Richtung der Kameras ausgerichtet zu sein. Das ist zwar in 90 Prozent aller VR-Anwendungen kein Problem, kann in den anderen zehn Prozent aber schon stören.

Die Alternativen
Der Vergleich mit der Konkurrenz

HTC: Im Gegensatz zur einzigen großen Konkurrenz - der HTC Vive - sind die Handcontroller ergonomischer geformt und schmiegen sich an die Hand an. Das ermöglicht dir eine natürlichere Interaktion mit Objekten, ohne die Hand komisch formen zu müssen. Vor allem bei Shootern wird der Vorteil ersichtlich: Du fühlst dich, als würdest du einen echten Abzug drücken. Außerdem erkennt die Oculus Rift durch Näherungssensoren, ob der Daumen auf dem Controller liegt oder gehoben wurde. In Coop-Gameskannst du deswegen deinen Kameraden mit einem Daumen hoch signalisieren, dass es weiter gehen kann.

Das geringere Gewicht der Oculus Rift macht die Brille angenehmer zu tragen. Insgesamt ist die Oculus Rift weniger klobig und die Displays sind näher am Gesicht, wodurch die Hebelwirkung nicht so stark wirkt. Mit dem Kopfband lässt sich die Rift bequem fixieren, sodass auch längere Virtual Reality-Sessions möglich sind. Allerdings ist der Schaum, der direkt auf dem Gesicht aufliegt, eher hart. Sollte deine Kopfform nicht genau auf die Form der Brille passen, bekommst du leicht Abdrücke. Abhilfe schaffen unter anderem die sogenannten "VR Cover". Zum einen wird die Oculus Rift so sauber gehalten, zum anderen verteilt sich der Druck gleichmäßiger auf dem gesamten Gesicht.

Abstriche musst du aber beim Bewegungsfreiraum hinnehmen: Die zwei Kameras, die du im Lieferumfang zusätzlich zur Rift und den Controllern bekommst, reichen nicht für eine Abdeckung des ganzen Raums. Die Kameras sollten idealerweise etwas mehr als einen Meter auseinander stehen. Du könntest also das Sichtfeld beider Kameras blockieren, wenn du die Controller mit dem Rücken zu den Sensoren bedienst. Ein dritter Sensor kann hier Abhilfe schaffen. Der ist allerdings mit einem Preis von 70 Euro kein Schnäppchen.

Samsung: Mit der Samsung Gear VR hat der koreanische Hersteller Samsung nur eine VR-Brille für Smartphones im Petto. Die Brille ist nur begrenzt mit Desktop-VR-Lösungen wie der Oculus Rift vergleichbar. Zwar sind die verbauten Prozessoren eines Samsung Galaxy S8 inzwischen fast so stark wie ein etwas älterer Computer. Bis zu einer so guten VR-Erfahrung wie bei der Rift brauchen Smartphones aber noch ein wenig Zeit.

Neben den Leistungsproblemen wird die Samsung Gear VR auch nicht im Raum durch Sensoren verfolgt. Dadurch kannst du dich in Spielwelten nicht durch reale Bewegungen bewegen. Auch der Handcontroller wird nicht geortet, wie es bei der Rift der Fall ist. Das schränkt den Langzeitspaß deutlich ein.

Einen großen Vorteil gibt es gegenüber einer Desktop-VR-Brille aber: Es besteht keine Kabelbindung zu einer Rechnereinheit. Dadurch kannst du dich freier bewegen und musst keine Angst haben, über ein Kabel zu stolpern. Außerdem kannst du die Brille überall mit hin nehmen - auch wenn dich Personen in der Bahn sicherlich etwas komisch angucken würden, wenn die die Samsung Gear VR aufsetzt.

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Unsere Recherche und Quellen
Das sagen die Kollegen über die Oculus Rift

Neben den gesammelten Erfahrungen bei unserer Oculus Rift schauen wir uns selbstverständlich auch bei anderen Magazinen und Blogs um, um Meinungen sowie Testresultate einzufangen.Wir wollen praxisnahe Empfehlungen geben können, denn technische Spezifikationen sind bekanntlich nicht alles. Zudem ersparen wir dir mit unserer Übersicht eine langwierige Recherche.

Golem - Durchdachter als die HTC Vive
Die Rift ist ein gutes Produkt, so Golem: Vor allem durch den Launch der Touch-Controller wird die Oculus Rift eine hervorragende VR-Brille. Während VR-Nutzer vorher lediglich sitzend mit dem Xbox-Controller interagieren konnten, eröffnen sich mit den getrackten Touch-Controllern völlig neue Möglichkeiten. Mit der besseren Bildqualität und bessere Ergonomie kann der Roomscale-Nachteil gegenüber der HTC Vive gut ausgeglichen werden. Der Preis ist - wie bei eigentlich jedem Test - ein Manko.

Auch das PCMag aus Großbritannien übt hier Kritik.

4players.de - Oculus-Hardware ist hochwertig
Die Redaktion des Game-Magazins 4players war von der ursprünglichen Oculus Rift nicht so angetan. Das lag daran, dass zum Start der VR-Brille noch keine Handcontroller angekündigt waren. Dennoch überzeugte das geringe Gewicht, die guten Optiken und die gefühlt höhere Pixelzahl gegenüber der HTC Vive. Zuerst reichte es nur für eine mittelmäßige Bewertung des Head Mounted Displays. Die Controller mit dem Namen Oculus Touch sorgten jedoch für frischen Wind: Die sehr natürliche Handhabe der ergonomisch geformten Controller wurde gelobt. Gerade für Shooter sei das Layout der Knöpfe passend.

Die Kollegen schauten sich außerdem den Titel Robo Recall genauer an. Dieser Shooter überzeugte die Tester, er wird sogar als "technisches Meisterstück" deklariert. Trusted Reviews testete das gleiche Spiel und war auch zufrieden. Kritik gab es hier nur an der vergleichsweise geringen Auflösung der Oculus Rift.

Heise - Holpriger Start, besseres Gesamtpaket
Die Oculus Rift wird auch hier für die bessere Verarbeitungsqualität gelobt. So heißt es nach dem Review der Oculus Touch Controller sogar, dass die Rift mit der Vive nicht nur gleich ziehe, sondern sogar aussteche. Heise lobt aber auch die Exklusivtitel, die im Auftrag für die Rift programmiert wurden. Konkret genannt wird Dead & Buried - ein Shooter in einem Wilden Westen-Setting, allerdings mit Zombies anstatt anderer Cowboys.

Die beiden Portale RoadToVR und Eurogamer schließen sich den Testergebnissen der deutschen Medien zum Großteil an: Es handele sich um eine nahezu perfekte Umsetzung des ursprünglichen Kickstarter-Projekts. Letzten Endes wird aber auch hier keine klare Kaufempfehlung gegeben: Zu unterschiedlich sind die verschiedenen Nutzungsszenarien und Wünsche.

Cnet - Review mit Mixed Reality-Video
Die Redakteure bei CNET produzierten als eines der wenigen Portale ein Review-Video an, bei dem die echten Hände zusätzlich zum VR-Video gezeigt wurden. Das Video macht noch deutlicher, wie genau die Touch-Controller arbeiten. Für den Zuschauer wird außerdem ersichtlich, warum VR so "gehyped" wird.

Neuigkeiten und Updates
News rund um die Oculus Rift

14. Juli: Rift und Touch-Controller werden zusammen verkauft, Preissenkung
Statt ursprünglich etwa 700 Euro werden die Oculus Rift und die zugehörigen Controller in Zukunft für 549 Euro verkauft. Das ist eine deutliche Preissenkung im Vergleich zu vorherigen Preisen: Wer beide Gadgets direkt zum Launch kaufte, zahlte rund 900 Euro.

16. Juni: Update 1.16 bringt neue Umgebung
In Oculus Home der Hintergrund geändert worden: Aus dem ursprünglichen Penthouse mit kleinem Teich wurde eine Terrasse mit Blick in die Ferne.In Zukunft können offenbar auch eigene Umgebungen ausgewählt werden, Details dazu äußerte Oculus aber noch nicht.

16. Mai: Multifokus-Display soll VR natürlicher machen
Für die nächste VR-Brille baut Oculus schon fleißig Prototypen und erforscht Technologien. Der "Spatial Light Modulator" soll den Fokuspunkt von Bildinhalten dynamisch verschieben können, um so eine echte Tiefenunschärfe erreichen zu können. Dafür kommen zwei Module zum Einsatz, die kleine Teilbereiche anders brechen und so den Weg des Lichtes verändern.

15. April: Neues Patent für Datenhandschuh
Die Touch-Controller reichen zur zentimetergenauen Steuerung durchaus aus. Geht es aber in den Millimeterbereich, sind die derzeitigen Möglichkeiten nicht akkurat genug. Mit einem patentierten Handschuh könnte Oculus Handbewegungen viel genauer nachvollziehen.

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