Samsung Gear VR:
Perfektes VR für Galaxy-Smartphones

von Mika Baumeister
aktualisiert am 22.September.2017

Seit drei Generationen feilt Samsung an dem Gear VR-Headset: Die Virtual Reality-Brille gehörte schon immer zu den besten Gadgets, die man sich als Galaxy-Nutzer kaufen konnte. Mit der neuesten Auflage der Gear VR übertrumpft Samsung alle Konkurrenten auf dem Mobile-VR-Markt.

Wenn Samsung ein neues Galaxy-Smartphone vorstellt, gehört inzwischen meist auch ein technisches Gadget zur Produktankündigung dazu: Die Samsung Gear VR. Seit dem Launch des Galaxy S6 improvisiert die südkoreanische Firma ihre hauseigene VR-Brille und stellt passend zur Präsentation der neuesten Smartphone-Flaggschiffe eine neue Revision der VR-Brille für die Darstellung verschiedener 3D-Inhalte vor.

Mobile-VR-Marktführer nicht ohne Grund
Features und Qualität sprechen für sich

Am Design der Samsung Gear VR hat sich in den letzten Jahren nicht viel getan. Die Innereien jedoch sind Generation für Generation auf dem neuesten Stand der Technik: Bei der aktuellen Gear VR sind sehr schnelle Sensoren verbaut, die die Drehungen deines Kopfes mit wenigen Millisekunden Verzögerung an das Smartphone übermitteln und so eine schnelle Reaktion des gezeigten VR-Inhalts ermöglichen. Hier ist Samsung der Konkurrenz ein Stück weit voraus: Alle anderen Brillen-Hersteller setzen auf die im Smartphone eingebauten Sensoren, welche Bewegungen nicht so fix erfassen.

Das Smartphone steckst du einfach in die Brille herein: Erst wird das Telefon per USB Typ C oder Micro-USB mit der Brille verbunden, danach lässt du es auf der rechten Seite mit einem "Klack" einrasten. Die Arretierung entfällt komplett, dein Galaxy sitzt direkt perfekt. Ein verbauter Näherungssensor merkt, wenn du die Brille aufsetzt und startet automatisch den Launch-Bildschirm.

Zur Steuerung kannst du einen Touchscreen auf der rechten Seite des Plastikgehäuses nutzen. Hier scrollst du durch Menüs, gibst Kommandos oder tippst kurze Eingaben für die YouTube-Suche. Zwei Knöpfe bringen dich einen Schritt zurück oder befördern dich direkt ins Startmenü; mit einer Wippe lässt sich die Lautstärke variieren.

Technische Daten

  1. Auflösung (pro Auge):1480 x 1440 Pixel
  2. Sichtfeld:101 Grad
  3. Gewicht:345 Gramm
  4. Kompatibilität:ab Samsung Galaxy S6
  1. Sensoren (Brille):Bewegungssensor, Näherungssensor, Touchpad
  2. Sensoren (Controller):Gyroskop, Beschleunigungssensor, Magnetometer, Touchpad
  3. Besonderheiten:Dioptrienausgleich
  4. Lieferumfang:Samsung Gear VR mit Adaptern für Micro-USB und USB Typ-C, Gear VR Controller

Riesige App-Auswahl
Virtual Reality bis der Arzt kommt

Mit der Gear VR ist der Cardboard-Appstore von Google nicht direkt nutzbar. Das macht aber nichts: Im extra für Galaxy-Geräte entwickelten Gear VR-Store finden sich inzwischen über 600 Applikationen, die von Spielen über Video-Apps bis zu Lern-Anwendungen reichen. Samsung ist bei der Zulassung der VR-Apps rigoros und lässt schlechte Anwendungen gar nicht erst in den Store. Umso besser für dich als Nutzer: Du findest nur qualitative Spiele und musst dich nicht mit schlechten ersten Programmierungsversuchen herumschlagen.

Die Gear VR bietet sogar Exklusivtitel: In Anshar Wars 2 kämpfen diverse Fraktionen im Weltall gegeneinander, Eve: Gunjack ist ein mobiles Spinoff zu Eve: Valkyrie. Ocean Rift versetzt den Spieler in die Tiefen der See. Star Chart präsentiert die volle Pracht unseres Solarsystems.

In Zusammenarbeit mit Oculus, einer VR-Firma für den Desktop-Markt, veröffentlichte Samsung auch eine App für VR-Meetings mit Freunden: "Oculus Rooms" verbindet alle deine VR-Freunde in einem künstlich erschaffenen Raum, in dem ihr zusammen Videos schauen, malen oder euch einfach nur austauschen könnt.

Die besten Apps für die Samsung Gear VR sind:

  • Eve: Gunjack
  • PolyRunner VR
  • Discovery VR
  • Minecraft: Gear VR Edition
  • Oculus Arcade

Hand-Interaktion mit Controller
Natürliche Bewegungen, leichterer Umgang

Die neueste Version der Samsung Gear VR kommt von Werk an mit einem Controller: Dieser ermöglicht eine natürlich anfühlende Interaktionsmöglichkeit mit VR-Elementen in Spielen oder Apps. Du kannst einfach deine Hand bewegen, statt das Touchpad an der rechten Seite der VR-Brille nutzen zu müssen.

Der Controller liegt gut in der Hand und ist etwas ergonomischer als der der Google Daydream View. Gerade bei Shootern ist der Gear VR-Controller überlegen: Auf der Rückseite findet sich ein Trigger-Knopf, der beim Abfeuern von Waffen recht realistisch ist. Mit einem großen Touchpad kannst du in Apps navigieren und Elemente auswählen, zusätzlich gibt es eine Lautstärkewippe und jeweils einen Back- und Home-Button.

Richtig gutes Mobile VR
Das Gesamtpaket stimmt

Die 2017er Version der Samsung Gear VR zeigt, wo der Hase hinläuft. Die Interaktion per Hand erlaubt völlig neue Möglichkeiten und ist viel atemberaubender, als sich durch Menüs klicken zu müssen. Gleichzeitig vergisst man als Nutzer fast, dass man ja eigentlich auf der heimischen Couch hockt. Die Linsen sind hochqualitativ und verzerren das Bild nur wenig. Mit dem erhöhten Blickfeld auf rund 100 Grad kannst du noch tiefer in die virtuellen Welten eintauchen. Allerdings reduziert sich diese Immersion ein wenig, denn das Display der einsetzbaren Smartphones hat in jedem Falle zu wenig Pixel, um alles ohne den sogenannten "Screen Door Effect" abzubilden.

Zusätzlich gibt es zur Gear VR keine Konkurrenz: Die Google Daydream View unterstützt Samsung-Smartphones nicht und der Kauf eines Cardboard-Headsets wäre nicht wirklich clever, da viele Titel nicht extra optimiert wurden und du ohne einen Handcontroller auskommen müsstest. Zugegeben, ein Preis von 129 Euro (UVP) ist nicht besonders niedrig. Deswegen ist es sinnig, Virtual Reality vorher mal in einem Pop-Up-Store oder bei Freunden auszuprobieren. Wenn du aber schon einmal eine VR-Vorerfahrung hattest und dir diese wirklich gefiel, solltest du zuschlagen. Dein Galaxy-Smartphone ist auf jeden Fall in der Lage, dich in fremde Welten zu bringen - und das ohne Ruckler, technische Probleme oder sonstigen Heckmeck.

Die Alternativen
Der Vergleich mit der Konkurrenz

Mobile VR: Einen wirklichen Vergleich zu ziehen, ist bei der Samsung Gear VR gar nicht möglich. Das liegt daran, dass nur vergleichsweise wenige Smartphones mit der Brille zusammen arbeiten: Die neuesten drei Generationen der Samsung Galaxy S-Reihe sowie das Note 5. Deine einzige Alternative für die Galaxy-Smartphones wären die sogenannten Cardboards. Das sind VR-Brillen, die auf einem Standard von Google aufbauen. Sie sind aus Plastik oder zum Teil nur Pappe gefertigt und können VR-Content genauso darstellen wie die Gear VR. Allerdings sind die Linsen zum Großteil deutlich schlechter, zusätzlich müsstest du ohne Controller auskommen. Viele der VR-Anwendungen sind nicht optimiert und laufen dementsprechend nicht besonders rund. Deswegen raten wir ganz klar vom Kauf einer Cardboard-Brille ab und empfehlen die die Gear VR.

VR für PCs: Die Samsung Gear VR ist aber nicht das höchste der Gefühle. Am Virtual Reality-Markt gibt es auch Desktop-VR-Brillen, die leistungstechnisch deutlich fortgeschrittener sind. Sie bringen etwa Handcontroller mit, die im Raum mit Kameras geortet werden können. Auch von der Brille wird die Position ganz genau bestimmt. Hier kannst du frei im Raum herum laufen und die Bewegungen werden in das Spiel übertragen, was das Ganze noch mal eine ganze Ecke immersiver werden lässt. Zwei dicke Nachteile gibt es für diese Art der VR-Brillen aber: Zum einen sind sie viel teurer als die Samsung Gear VR. Die VR-Brille Oculus Rift kostet deutlich über 400 Euro, die HTC Vive um die 700 Euro. Damit sind sie für Einsteiger nicht zu empfehlen. Zweitens bist du mit solchen Brillen immer stationär an den PC oder den Laptop gebunden. Die Brille selbst ist nämlich mit einem Kabel mit dem PC verbunden. Die Brille hat keine Elektronik, die Bilder berechnen kann, wie es bei den eingesteckten Galaxy-Smartphones bei der Samsung Gear VR der Fall ist.

Oculus Rift

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  1. Super Design und guter Halt
  2. Sehr handliche Controller
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Unsere Recherche und Quellen
Das sagen die Kollegen zur Gear VR

Natürlich ist unsere Meinung zur Samsung Gear VR nicht die einzig korrekte. Deswegen möchten wir dir ebenfalls aufzeigen, wie andere Magazine und Blogger die neue VR-Brille von Samsung finden. Schließlich unterscheiden sich subjektive Meinungen, und zwar mit gutem Grund. Parallel dazu erleichtern wir dir den Weg zur neuen VR-Brille, in dem wir die Recherche-Arbeit für dich übernehmen.

Computerbild - Komfortabel, könnte aber besser sein
Während Computerbild die VR-Brille an sich - wie auch die direkte Vorversion - unter anderem für das große Sichtfeld und ein geringes Gewicht lobt, gibt es leichte Kritik am Controller auszusetzen. Dieser steuere nicht so präzise wie gewünscht. Dennoch gibt das Magazin zu: Die Bedienung in Virtual Reality ist mit dem Controller einfacher und schneller. Durch die vergleichsweise geringe Auflösung des Smartphone-Displays wird das sichtbare Pixelraster ebenfalls kritisiert.

Techradar - Kritisieren? Warum?
Das einzige Manko an der Gear VR sieht Techradar im Preis. Rund 130 Euro sollte das Schätzchen zum Verkaufsstart kosten. Inzwischen ist der Preis ein wenig gesunken. Und: Zum Launch des Galaxy S8bekamen ein paar tausend der ersten Besteller die Samsung Gear VR kostenlos dazu. Ansonsten ist das britische Magazinsehr zufrieden. Die Brille ist bequemer als ihr Vorgänger und der Controller wird wegen seiner Verarbeitungsqualität gelobt.

Tom's Guide sieht es ähnlich: 9 von 10 Punkte gibt es für die Gear VR. Die Qualität ist unerreicht. Nur einen wirklichen Kritikpunkt gibt es: Der Controller kann nirgendwo verstaut werden, was vor allem bei Reisen störend sein kann.

Turn On - Perfekt für Einsteiger
Die neue Steuerung per Controller macht das Vergnügen nicht nur größer, die Interaktionen sind auch viel bequemer. Für die Hardware selbst gibt es nur positive Worte. Ein wenig Kritik gibt es für die geringe App-Auswahl, an der Oculus noch zusammen mit Samsung arbeiten soll.

Die deutschen Kollegen von Vrodo bezeichnen den Controller als eine bessere Computermaus. Kritik wird ähnlich wie bei Turn-On an der geringen App-Auswahl geäußert, wie auch gut im Abschlusssatz zu lesen ist: "Mobile VR bleibt eine rudimentäre Interpretation dessen, was Virtual Reality eines Tages sein soll.".

CNET - Das beste Smartphone-VR
Die VR-Brille wird von Cnet nicht unbedingt gefeiert. Immerhin brachte Google mit der Daydream View bereits letztes Jahr eine Brille auf den Markt, die gleiche Features bot. Trotzdem: Der zwar nicht offene App-Markt kann durch seine große Anwendungs-Sammlung punkten. Für den US-Preis von 99 Dollar spricht Cnet eine Kaufempfehlung aus.

Wareable schließt sich der Meinung an, hätte sich aber über ein Positionstracking des Controllers im Raum gefreut. Dennoch ist der Controller eine willkommene Neuheit.

Auch die Portale PCMag, AndroidAuthority und 360Rumors sind sich einig: Das Samsung Gear VR Headset ist definitiv ein Schritt nach vorne. Von dem perfekten Gefühl einer Desktop-VR-Brille ist die Gear VR aber noch ein Stück weit entfernt. Mit ein wenig Softwareanpassung wird der Controller in Zukunft eine signifikante Rolle übernehmen und Mobile VR weiter verbessern. Für Samsung-Smartphones ist die 2017er Version aber definitiv die beste Lösung, Virtual Reality zu erleben.

Neuigkeiten und Updates
News rund um die Samsung Gear VR

08. September: Das Samsung Galaxy Note 8 passt ebenfalls in die Gear VR. Trotz des großen Displays wird die Gear VR das Note 8 "schlucken". Fast das ganze Display wird zur Darstellung von VR-Inhalten genutzt.

21. Juli: Zum Film Blade Runner 2049 gibt es seit heute eine VR-Erfahrung für Gear VR-Nutzer. Oculus möchte die neuen Möglichkeiten des Storytellings aufzeigen und kann durch diese Partnerschaft mit Warner Bros. Pictures so vielleicht den einen oder anderen Gear VR-Besitzer ins Kino locken.

07. Juli: Facebooks Newsfeed wird bald auch auf der Gear VR nutzbar sein. Die Gear VR wurde in Zusammenarbeit von Samsung und Oculus gebaut. Letzerer Konzern wurde ja bekanntlich von Facebook aufgekauft. Kein Wunder also, dass man das blaue soziale Netzwerk zukünftig oftmals bei der Gear VR finden wird.

31. Mai: Neue Displays braucht das Land! Vor allem VR benötigt eine hohe Displayauflösung. Deswegen reichen auch die famosen Displays mit einer Auflösung über dem "Retina"-Standard von Apple nicht aus. Samsung zeigte, wie es in Zukunft aussehen könnte: Neu vorgestellte Displays kommen mit einer Auflösung von 858 Pixeln pro Zoll daher - das ist mehr als doppelt so viel, was wir von jetzigen Smartphone-Bildschirmen kennen. Die Bildwiederholrate liegt trotz der vielen Pixeln bei rund 90 Bildern pro Sekunde.

31. Mai: Samsung präsentiert den sogenannten VR Live Pass. Mit diesem ist es dir möglich, Konzerte, Sportveranstaltungen und andere Events mit der Samsung Gear VR zu verfolgen. 360-Grad-Streaming stellte sich schon in der Vergangenheit als sehr immersiv heraus. Die Wahl, dorthin zu schauen, wo du als Nutzer hin schauen willst, gibt dir im Vergleich zum linearen TV-Programm völlig neue Impressionen der Veranstaltungen. Das bewies zum Beispiel auch der 360°-Livestream vom diesjährigen Rock am Ring.

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