Sonos Play:5 im Test:
Klangstarker Streamer mit klarem Sound

von Robert Kern
aktualisiert vor mehr als 2 Wochen

Der Sonos Play:5 bekräftigt den Anspruch auf den Thron der WLAN-Lautsprecher. Ob einzeln, Stereo oder Multiroom: Performance und Handling überzeugen. So muss Musik-Streaming sein: Einfach, kraftvoll und mit Wow-Faktor.

Musik in jedem Raum
Es führt kaum ein Weg an Sonos vorbei

„Ich lege mal etwas Musik auf“ – gesagt, getan. Musikhören erfährt durch Streaming ein kräftiges Wachstum. WLAN-Lautsprecher wie der Sonos Play:5 bringen immer mehr Musik immer einfacher in den Alltag. Auch in seiner zweiten Generation zeigt der Play:5, wie unkompliziertes und klangstarkes Musikstreaming funktioniert. In kürzester Zeit wird der Lautsprecher ins WLAN eingebunden, die übersichtliche App integriert die bekannten Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music, Deezer oder Tidal und nach nicht einmal 10 Minuten Einrichtung wirft der Play:5 dir deine Lieblingstitel mit Dynamik und Tiefgang entgegen. „Stille ist vermutlich der Feind eines fröhlichen Zuhauses“, heißt es in einem Werbeclip von Apple Music und Sonos.

  1. Musik in jedem Raum
  2. Schlichtes Äußeres
  3. Technische Daten
  4. Spitzensound & einfaches Handling
  5. Software & Streaming
  6. Fazit: Geniales Gesamtkonzept
  7. Preisvergleich

Für uns ist das eine banale Wahrheit, für die es keine Studie braucht. Es muss nicht gleich jede Mahlzeit ihren Soundtrack bekommen, ein Lautsprecher wie der Sonos Play:5 schafft sich aber ganz allein seine Gelegenheiten. Die etwas mehr als 6 Kilo schwere Box verbaut drei Hoch- und drei Tieftöner und liefert damit einen kompakten, kraftvollen Sound. Durch die seitliche Ausrichtung zweier Hochtöner versucht der Play:5 eine Bühne aufzumachen, so gut er kann. Per Trueplay-Feature misst Sonos die Gegebenheiten des Raumes und passt den Klang nochmal an. Sound und Abmessungen sowie das Handling des Streamings mit der App machen den Play:5 zu einem der besten WLAN-Lautsprecher.

Sonos Play:5 in antikem Schrank© Mopolis
Sonos bietet eine 100-Tage-Geld-zurück-Garantie. In den meisten Fällen wird der Play:5 mit seinem Sound und Handling überzeugen und nicht mehr hergegeben.

Wer richtigen Stereo-Sound für HiFi-Sessions braucht, kommt um ein Lautsprecherpaar allerdings nicht drumherum. Aber auch als Solist ist der Play:5 in der Lage, größere Räume akustisch eindrucksvoll zu füllen und spart dabei enorm Platz. Sonos bringt die Musik mit seinem Konzept für die meisten dahin, wo vorher Stille war: Easy Access für die ganze Familie. Oder ältere, umständliche Anlagen müssen dem eleganten Streamer mit höherem "WAF" (Woman acceptance factor) weichen.

Schlichtes Äußeres
Understatement, das überall reinpasst

Sonos hat sich dem Streaming verschrieben, ganz und gar. Beim Play:5 hätte das Unternehmen durchaus auf luxuriöse Materialien zurückgreifen können. Gebürstetes Aluminium und Acrylglas wie bei Naim Audio oder Designer-Textil ala Kvadrat sind hier nicht zu finden. Stattdessen „Antennen-freundliches“ Polycarbonat. Damit gewährleistet Sonos den besten Empfang, egal ob der Play:5 horizontal oder auf einer der beiden möglichen Seiten vertikal für ein Stereo-Setup aufgestellt wird.

Sonos Play:5 auf Sideboard© Mopolis
Sonos Play:5 Rückseite© Mopolis

Bei einem über Kabel mit dem Router verbundenen Sonos-Lautsprecher wird ein unabhängiges WLAN-Mesh-Netzwerk aufgebaut. Einzelne Lautsprecher funken als Repeater dann auch dorthin, wo das heimische WLAN keinen Zugriff mehr hat. Sonos steht also nicht nur für Streaming, sondern auch für zuverlässiges Multiroom-Audio. Daher das schlichte Design aus Kunststoff.

Im Vergleich zu Audio-Streams per Bluetooth erreicht ein WLAN-Lautsprecher wesentlich mehr Reichweite, der Play:5 ist nicht mehr von der Verbindung des Smartphones zum Internet und der Verbindung zum Smartphone abhängig. Das Signal wird nicht komprimiert, über WLAN können beliebig viele Geräte den Play:5 ansprechen, einmal einrichten reicht – es ist kein Pairing notwendig. Im Test an mehreren Standorten mit teils widrigen WiFi-Verhältnissen ist die Verbindung zum Play:5 nicht einmal abgebrochen.

Technische Daten
Sonos Play:5

  1. Lautsprecher-Art:WLAN, Multiroom
  2. Abmessungen:36,4 x 20,3 x 15,4 cm
  3. Formate:MP3, WAV, AIFF, FLAC, ALAC, WMA, AAC, OGG
  1. Anschlüsse:WLAN, LAN, AUX 3,5mm
  2. Gewicht:6,36 Kg
  3. Besonderheiten:TruePlay Einmessung

Spitzensound und einfaches Handling
Innerhalb weniger Minuten eingerichtet

Genauso clean wie das minimalistische Design der Boxen von Sonos ist auch die Einrichtung. Du musst dich nicht versteigen bei einer komplizierten Einrichtung, durch hunderte Codecs wühlen oder fünfmal den Router neustarten und ein Pairing anwerfen.

Hänge den Sonos Play:5 an den Strom, öffne die Sonos App und los geht’s. Ruckzuck ist der Speaker gefunden, ins WLAN integriert und empfangsbereit. Nach einer Minute bist du startbereit. Wer der kabellosen Netzwerkverbindung misstraut, der kann den Lautsprecher über den Ethernet-Port ins Netzwerk hängen.

iPad mit Sonos-App vor Play:5© Mopolis
Dank der vielseitigen Möglichkeiten in der Sonos-App und Spotify Connect fühlt sich das System nicht geschlossen an. Mit Airplay 2 wird der Speaker dann zur Wunderwaffe.

Die Verbindung zu Musikdiensten wie Spotify oder Tidal ist genauso schnell in der App eingerichtet. Gesellt sich der Sonos Play:5 zu einem Sonos One, der mit Amazons Sprachassistentin Alexa arbeitet, so funktioniert das Kommando „Alexa, spiele Metallica bei Spotify im Wohnzimmer" (Play:5 zugewiesen) auch auf Anhieb. Der Play:5 hat selber keine Mikrofone, wird aber über das Sonos-System sofort angesprochen. Auch im Spotify Connect taucht er direkt auf.

Der kraftvolle, detaillierte Klang macht Spaß

Der Sound des Sonos Play:5 ist eine Wucht: Knackig, warm, kompakt und raumfüllend. Mit seinen sechs Verstärkern und Treibern erarbeitet der Play:5 einen runden und harmonischen Klang. An der Steckdose messen wir einen maximalen Verbrauch von 60 Watt, dann liegt der Play:5 schon deutlich über Zimmerlautstärke. Mit seinen kompakten Class-D-Verstärkern macht der aktive Lautsprecher überraschend viel Druck. Bis etwa 70 Prozent Lautstärke erlebt man den Sonos als relativ pegelfest, das bedeutet mit zurückhaltenden Mitten, klaren Höhen und druckvollen Bässen. Im Standby sinkt der Stromverbrauch, für den Sonos oft kritisiert wurde, bei etwas mehr als 2 Watt.

Ein voller Umfang mit stereophiler Präzision darf bei einer einzelnen Box der Größe nicht erwartet werden, der Play:5 überrascht trotzdem mit seiner Breite. Für mehr Bühne braucht es einen hartgesottenen Fan der bereit ist, einen zweiten Sonos Play:5 zu koppeln oder zwei bestehende Lautsprecher an einem Sonos Connect:Amp.

Sonos Play:5 Tweeter und Woofer hinter Lautsprechergitter© Mopolis
Größe ist nicht alles, das beweisen die 6 Treiber im kompakten Gehäuse des Sonos Play:5. Bei 50 Watt Stromverbrauch und akustischen Kniffen lässt Sonos viele Hifi-Anlagen blass wirken.

Sonos lässt sich für benutzerfreundliches, barrierefreies Streaming bezahlen. Wer Umwege in Kauf nimmt und die Multiroom-Perspektive nicht braucht, kann sich auch ein Paar Regallautsprecher wie die Edifier Studio S1000DB mit einem Google Chromecast Audio oder Amazon Echo Dot hochrüsten. Klanglich liegt das zugegebenermaßen größere aber auch günstigere System noch etwas über einem Play:5.

Das Multitalent klingt mit Trueplay noch besser

Durch die kompakten Abmessungen ergibt sich zunächst auch ein kompakter Sound. Bei „vollen“ und komplexen Musikstücken wie „Bulls On Parade“ von Rage Against The Machine braucht es tatsächlich die Raumeinmessung per Trueplay, um einen Klangbrei zu vermeiden. Sind die Komponenten von vornherein klarer getrennt, wie bei „Pepita“ von Calexico, fällt der Unterschied durch die akustische Optimierung geringer aus.

Trueplay Einmessung mit Apple iPad© Mopolis
Für die Einmessung per Trueplay an einem neuen Aufstellort braucht es zwingend iOS. Der Vorgang lohnt sich aber in fast jedem Fall.

Für Trueplay brauchst du allerdings ein iOS-Device. Sonos erlaubt die Steuerung zwar auch über OSX-, Android- oder Windows-Geräte aber eines der wichtigsten Features funktioniert bisher leider nur mit iPhones und iPads von Apple. Zur Not leihst du dir ein iPad oder ein Freund kommt mit dem iPhone vorbei, die Prozedur dauert nicht lange und lohnt sich. Wandert dein Sonos-Speaker nur zeitweise woanders hin, musst du für jeden Standort neu einmessen.

Trueplay erklärt dir in kurzen Tutorialvideos, wie du mit dem iOS-Gerät den Raum ablaufen musst und derweil die Reflektionen komischer Geräusche aus dem Play:5 vermisst. Damit wird der Sound des WLAN-Lautsprechers optimiert. Sonos selber beschreibt die Klangverbesserung so, „als ob man einen Schleier von der Box nimmt“.

Software und Streaming
Starke App, Datenschutz in der Kritik

Bei uns wird der Sonos Play:5 wie schon beschrieben vielseitig angesprochen: Für das Streaming in höchster Qualität nutzen wir die Einbindung von Tidal in der Sonos-App. In diesem Fall nehmen wir uns meist die Zeit für ein Album oder eine Playlist, im Sessel und ohne Ablenkungen. Hören wir nur so nebenbei, ist Spotify Connect die bequemere Variante. Diesen Weg geht bei uns auch die Sprachsteuerung mit Alexa auf dem Echo oder Sonos One. „Alexa, spiele Judah & The Lion im Wohnzimmer“ lässt uns den Country-Folk-HipHop-Mix per Kommando aus der Ferne anwerfen.

Die Sonos-App bietet wie bei allen Funktionen auch für Alexa ein Tutorial, wo grundlegende Kommandos vorgestellt werden. Man merkt der Software die kontinuierliche Entwicklung mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit an. Die Unterstützung für Apple Airplay oder Bluetooth fehlt. Sobald Apple in diesem Jahr AirPlay 2 ausrollt, werden deine Sonos-Lautsprecher aber auch darüber ansprechbar sein.

Sonos Play:5 Einrichung Tutorial© Mopolis
Ein Tutorial führt durch die Einrichtung des Sonos-Speakers. Der Play:5 ist in wenigen Minuten betriebsbereit und arbeitet dann zuverlässig und komfortabel.

Ansonsten ist die App umfassend und übersichtlich. Sie zeigt zu Anfang für alles ein Tutorial, mit dem Smartphone hast du die Kontrolle immer in der Hand. Während der Session, einer Soirée oder der sonntäglichen Podcast-Stunde darf auch auf dem Sonos Play:5 durch die Tracklist gewischt werden. Dafür bietet die Box ein Touch-Feld auf der Oberseite. Lauter oder leiser, nächster Track, Play-Pause sind so auch ohne App zu erreichen.

Bei einer Party kannst du dir die Playlist on the fly von deinen Gästen bestücken lassen, mit der App auf ihrem Smartphone können sie ihre Wunsch-Tracks einfach als nächstes oder am Ende hinzufügen. Im Gegensatz zu Spotify Connect, das als Quelle nur zwischen den Abspielgeräten wechseln kann, erlaubt dir Sonos parallele Streams von Spotify. Die Gäste können sich ihre Tracklist für den Garten basteln, während du bei den letzten Vorbereitungen in der Küche die Hektik mit etwas chilligeren Songs minderst. Da der Zugang nicht beschränkt ist, musst du dir nur gut überlegen, wem du dein WLAN-Passwort verrätst.

Der Datenschutz-Shitstorm

Bis zum August 2017 war softwareseitig alles super. Dann erschien eine neue Datenschutzerklärung von Sonos, die viele Nutzer vor den Kopf gestoßen hat. Mit der Einbindung von Amazons Alexa wurde ein umfassender Datenzugriff sowohl für personenbezogene Daten als auch für die Nutzung eingeführt.

Der Weitergabe der Nutzungsdaten kann widersprochen werden, der Erhebung nicht. Im Vergleich zum Überwachungsapparat Facebook ist Sonos noch harmlos. Was viele Nutzer jedoch störte: Besitzer von Sonos-Lautsprechern, welche die neuen AGBs nicht akzeptieren, kann keine Garantie auf das zukünftige Funktionieren ihrer Lautsprecher gegeben werden. Dass diese Aussage einen Shitstorm auslöste, kann man sich denken. Neben dem Verlangen nach Daten gibt es noch einen weiteren Aspekt, für den Sonos kritisiert wird.

Sonos Play:5 Bedienfeld Close up© Mopolis
Die Verarbeitung des schlichten Kunststoffgehäuses ist klasse, der Play:5 wirkt robust und langlebig.

Geschlossenes System

So einfach Sonos das Streaming gestaltet, so schwer tut sich der Play:5 mit traditionellen Quellen. Ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss empfängt entweder einen Echo Dot, einen CD-Player oder aber andere Medien – das war es dann aber auch schon. Falls dein Router mal ausfällt, bist du ohne WLAN zumindest nicht ganz so aufgeschmissen wie mit einem Sonos One oder Play:3.

Im Gegensatz zum Sonos One gibt es keine Mikrofone für die Integration eines Sprachassistenten, wie schon erwähnt fehlen auch Bluetooth und (bisher) AirPlay. Alexa, die sich per Echo Dot nachrüsten lässt, erweitert das System zumindest um Sprachsteuerung und Bluetooth. Der Play:5 kann auch ohne Kabel mit einem anderen Alexa-Gerät gesteuert werden. Du musst dafür beim Befehl den Namen des Lautsprechers oder Raumes dranhängen: „Alexa, spiele Nils Frahm im Wohnzimmer“.

Vor etwas anspruchsvollerem Heimkino macht Sonos leider auch Schluss. Über eine Playbase oder Playbar kann zwar ein optisches Toslink-Signal empfangen werden, das Dolby Digital 5.1 auf den Play:5 als Surround-Lautsprecher weitergibt, es fehlen allerdings DTS-Formate und 3D-Sound wie Dolby Atmos. Das bedeutet nicht, dass 5.1 grundsätzlich eine schlechte Idee wäre. Eine Playbar plus Sub und zwei Play:5 als Speaker rocken sowohl Musik als auch Filme. Für die hinteren Lautsprecher reichen allerdings Play:1 locker aus. Die Vorteile von Sonos am TV: Kompression der Dynamik (leise Stellen werden angehoben, laute abgeschwächt) und die Optimierung für verständliche Dialoge.

Sonos Play:5 Stereo© Mopolis
Für mehr Räumlichkeit können zwei Play:5 zum Stereo-Paar gekoppelt (und weiter auseinander gestellt werden). Drei Gehäuseseiten sind dafür mit Gummierungen versehen.

Fazit: Geniales Gesamtkonzept
Klanglich einsame Spitze, im Handling fantastisch unkompliziert

Ähnlich wie sein kleiner Bruder Sonos One leistet der Sonos Play:5 Pionierarbeit: Er verhilft dir zu mehr Musik in deinem Leben. Stell ihn in die Küche oder ins Wohnzimmer und du kannst dich quasi dabei beobachten, wie du ohne Mühe mehr Farbe in den Alltag bringst. Von Easy Listening bis anspruchsvoll: Klanglich überzeugt der Play:5 als kräftigster Streamer im Angebot von Sonos.

Der Sound ist wirklich beeindruckend: Vielseitig, dynamisch, mühelos und äußerst räumlich. Du bekommst kräftige, kontrollierte Bässe, detaillierte Mitten und so klare Höhen, dass du nach dem Trueplay den Treble-Regler vielleicht sogar wieder ein bisschen zurücknimmst. Das Einmessen bringt viel für den Klang. Schade, dass du dafür die iOS-App brauchst.

Als All-in-one-Musikanlage verblüfft der Sonos Play:5, bevor er begeistert. So sehr, dass Sonos eine 100-Tage-Geld-zurück-Garantie gibt. Genug Zeit auch, um zu vergleichen und in vielen Fällen die alte Anlage zu verkaufen.

Die Angebote
zum Sonos Play:5 Weiß

Das Mopolis-Prinzip

  1. Produkte die wir lieben
    Nicht allein der Preis ist entscheident. Ebenso Nutzen, Qualität, Zuverlässigkeit und einiges mehr, können für Dich wichtig sein.
  2. Transparente Empfehlungen
    Wir legen alle Quellen offen. So kannst Du den Spuren unserer Erkenntnisse bis hin zur Empfehlung klar folgen.
  3. Preise vergleichen und sparen
    Wir vergleichen für Dich die Preise aus 36 Onlineshops. Für getätigte Käufe oder Klicks erhalten wir eine Provision.
  4. Über 15 Jahre Erfahrung
    Das gründliche und ausführliche Beraten, konnten wir schon seit 2003 mit Notebookinfo.de und unseren erfahrenen Redakteuren üben.